Softwareone VR-Präsident - «KKR will einen Teil des Gewinns realisieren»

Der globale Anbieter für Software- und Cloudlösungen Softwareone will im vierten Quartal an die Schweizer Börse. Im Interview äusserst sich Verwaltungsratspräsident und Mitgründer Daniel von Stockar über die Beweggründe.
30.09.2019 13:58
Daniel von Stockar ist Verwaltungsratspräsident und Mitgründer der IT-Firma Softwareone aus Stans.
Bild: cash

Der Stanser Softwarehändler Softwareone will sich voraussichtlich im vierten Quartal dem Publikum an der Schweizer Börse öffnen. Es wäre der fünfte Neuzugang in diesem Jahr an der SIX.

Über die Beweggründe des Börsengangs gefragt, sagt Daniel von Stockar:  "Wir haben einen solchen Schritt schon lange geplant", so der Firmenmitgründer und VR-Präsident im Video-Interview. Vor vielen Jahren habe Softwareone begonnen, sich kapitalmarktfähig zu machen.

Als weiteren Grund für das IPO nennt er den Wunsch nach liquideren Aktien. Das sei einerseits gut für die Mitarbeiter, die rund 10 Prozent der Softwareone Aktien besässen, andererseits aber auch für einen Grossaktionär. "KKR möchte einen Teil seines Gewinns realisieren", verrät von Stockar.

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Derzeit halten die Gründungsaktionäre Daniel von Stockar, René Gilli und Beat Curti zusammen rund 38 Prozent der Aktien. Die US-Investmentgesellschaft KKR, Aktionär seit 2015, hält circa 21 Prozent, und Peruni Holding, der frühere Eigentümer von Comparex, hält rund 15 Prozent. Management und Mitarbeiter halten rund 10 Prozent.

IPO aus bestehenden Aktien

Softwareone, das 5'300 Mitarbeitende beschäftigt, wurde im Jahr 2000 von Daniel von Stockar und Patrick Winter gegründet und ist gemäss eigenen Angaben ein führender globaler Anbieter von Software- und Cloud-Technologielösungen. In den vergangenen drei Jahren wuchs der Bruttogewinn - einschliesslich der per 31. Januar 2019 erworbenen Comparex - durchschnittlich je um 13 Prozent auf zuletzt 724 Millionen Franken. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) verbesserte sich im gleichen Zeitraum gar um 42 Prozent auf 187 Millionen.

Bisher wurden rund 30 Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet. Daran dürfte nicht viel gerüttelt werden: "Es wird vermutlich in dieser Grössenordnung bleiben, könnte aber auch etwas mehr sein", so von Stockar.

Für den Börsengang werden keine neuen Aktien ausgegeben, es kommt also nicht zu einer Kapitalerhöhung. Gemäss von Stockar hat Softwareone eine gute Ertragslage, eigene Aktien und eine Bilanz ohne Schulden. Aus allen drei Kategorien habe man die Möglichkeit, Cash für Akquisitionen zu generieren.

(cash/AWP)