Solarzulieferer - Verkaufsempfehlung reisst Meyer-Burger-Aktie in die Tiefe

Meyer Burger zählt zu den diesjährigen Börsenverlierern. Die Credit Suisse spricht nun eine Verkaufsempfehlung für die Solarzulieferfirma aus, was den Aktienkurs zeitweise fast 20 Prozent abtauchen lässt.
10.12.2018 14:45
Von Lorenz Burkhalter
Der Hauptsitz von Meyer Burger.
Der Hauptsitz von Meyer Burger.
Bild: ZVG

Die Aktie des Solarzulieferers Meyer Burger konnte die Kursverluste seit Ende Oktober zwar etwas eingrenzen. Mit einem Minus von über 60 Prozent zählt sie an der Schweizer Börse SIX aber noch immer zu den schwächsten Aktien in diesem Jahr.

Das hält die Credit Suisse am frühen Montagmorgen nicht davon ab, eine Verkaufsempfehlung für die Meyer-Burger-Aktie auszusprechen. In einer Unternehmensstudie stuft die Grossbank die Aktie von "Neutral" auf "Underperform" herunter. Mit 0,55 (zuvor 0,65) Franken liegt das Kursziel um ziemlich genau 15 Prozent unter dem Schlussstand vom Freitag.

Markterwartungen an den Solarzulieferer zu hoch

Nach einem starken 2017 sehe sich der Solarzulieferer zusehends den Folgen des Handelsstreits zwischen den USA und China, branchenweiten Überkapazitäten sowie einer restriktiveren Subventionspolitik Chinas ausgesetzt, so schreibt der Studienautor. Er sieht insbesondere in der hohen Abhängigkeit vom chinesischen Markt ein Risiko, zumal sich Meyer Burger dort einem aggressiveren Wettbewerb durch lokale Anbieter ausgesetzt sehe. Der Studienautor hält die Markterwartungen an den Solarzulieferer aus Gwatt bei Thun deshalb für zu hoch angesetzt.

An der Schweizer Börse SIX fällt die Aktie von Meyer Burger zur Stunde noch um 15 Prozent auf 0,55 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 0,515 Franken. Beobachter berichten von einer Mischung aus Baissespekulationen und Verleiderverkäufen.

Interessant ist denselben Beobachtern zufolge der Zeitpunkt der Verkaufsempfehlung, hatte sich doch erst letzte Woche der Grossaktionär Sentis Capital in einer Medienmitteilung zu Wort gemeldet und Forderungen gestellt. Meyer Burger solle selber Hetero-Junction-Solarzellen herstellen und nicht nur Produktionsanlagen verkaufen. Diese hochattraktive Investitionsmöglichkeit dürfe man den Aktionären nicht vorenthalten, so der Tenor (cash berichtete).

Eine Absage an die kapitalintensiven Pläne?

Mit einem Stimmenanteil von 6,1 Prozent gilt die Beteiligungsgesellschaft des russischen Milliardärs Petr Kondrashev als der bedeutendste Einzelaktionär des Solarzulieferers. Nächstgrössere Aktionäre sind das Management und der Verwaltungsrat sowie die Fondstochter der Credit Suisse.

Kursentwicklung der Meyer-Burger-Aktie über die letzten 12 Monate (Quelle: www.cash.ch)

Beobachter sehen in der Verkaufsempfehlung der Credit Suisse für die Meyer-Burger-Aktie denn auch eine klare Absage an den kapitalintensiven Vorschlag seitens von Sentis Capital. Allerdings erwähnt die Grossbank die Pläne des Aktionärs mit keinem Wort.

Wie Statistiken der Nachrichtenagentur AWP verraten, empfiehlt momentan nur die Credit Suisse den Verkauf der Aktie. UBS, Zürcher Kantonalbank und Vontobel sind hingegen neutral, Research Partners sogar optimistisch gestimmt. Die Kursziele reichen von 0,55 (Credit Suisse) bis 1 Franken (Research Partners).

 

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