Sonderdividende - Für Clariant-Aktionäre gibt es einen schönen Ferien-Batzen

Die Aktionäre der Baselbieter Clariant sehen noch vor den grossen Sommerferien und damit früher als erwartet Geld aus dem Masterbatches-Verkauf. Dies dürfte der Aktie helfen.
01.07.2020 10:31
Von Lorenz Burkhalter
Das Clariant Innovation Center, kurz CIC, in Frankfurt.
Das Clariant Innovation Center, kurz CIC, in Frankfurt.
Bild: ZVG

Plötzlich geht alles ganz schnell: Der Spezialitätenchemiekonzern Clariant meldet den Vollzug des Masterbatches-Verkaufs an PolyOne. Ein beachtlicher Teil des Verkaufserlöses soll schon kommenden Mittwoch über eine drei Franken je Aktie starke Sonderdividende an die Aktionäre zurückgeführt werden – und das noch vor den grossen Sommerferien. Eine willkommene Überraschung, war ursprünglich doch von einem Vollzug der Transaktion im Spätsommer die Rede.

Bei den Anlegern kommen die Neuigkeiten gut an. Das lassen zumindest die aktuellen Indikationen für die Clariant-Aktie vermuten. Zur Stunde gewinnt sie im Zuge von Übernahmespekulationen gar 9,2 Prozent auf 20,32 Franken. Auf diesen Kurs bezogen errechnet sich eine Rendite in Höhe von knapp 15 Prozent.

Wie die Zürcher Kantonalbank schreibt, kommt der erfolgreiche Abschluss des Verkaufs von Masterbatches einem bedeutenden Schritt im Rahmen der Transformationsstrategie gleich. Die Zürcher Bank rechnet für das kommende Jahr in einem weiteren Schritt mit einem Verkauf des Pigment-Geschäfts für rund 700 Millionen Franken. Das Anlageurteil lautet weiterhin "Übergewichten".

Ähnlich äussert sich die Bank Vontobel. Auch sie sieht im Abschluss der Masterbatches-Transaktion einen wichtigen Bestandteil der "Buy" lautenden Investmentthese. Das Kursziel wird wie bis anhin mit 25 Franken angegeben.

Raum für Spekulationen

Beobachter schliessen nicht aus, dass auf die Sonderdividende hin spekulative Käufe die Aktie erfassen. Denn bedeutende Aktionäre wie etwa der Ankeraktionär Sabic könnten das Geld nutzen, um ihre Beteiligung am Baselbieter Spezialitätenchemiekonzern mittels Titelkäufen auszubauen. Viel Spielraum hat zumindest Sabic mit 31,5 Prozent der Stimmen nicht mehr. Bei einem Überschreiten der 33,3-Prozent-Marke müssten die Saudis allen anderen Aktionären nämlich ein Übernahmeangebot vorlegen.

Der Zeitpunkt wäre nicht ungünstig, notiert die Aktie doch selbst nach der Kurserholung der letzten Wochen noch immer um 14 Prozent unter dem Stand von Anfang Januar. Nach Auszahlung der Sonderdividende müsste sie rein rechnerisch sogar für unter 16 Franken zu haben sein. Schätzungen aus dem Handel zufolge kaufte Sabic dem Finanzinvestor White Tale dessen Aktienpaket im Januar 2018 für durchschnittlich fast 32 Franken je Titel ab.

Für die Bank Vontobel wird Clariant im Zuge der strategischen Neuausrichtung zu einem attraktiven Übernahmeziel.