Sonova-CEO: «Wir müssen hart kämpfen»

Lukas Braunschweiler, CEO des Hörgeräte-Herstellers Sonova, erläutert im cash-Video-Interview den Kampf der Firma gegen die Frankeneinflüsse, Produktionsverlagerungen ins Ausland und den Aktienkurs des Unternehmens.
19.05.2015 12:32
Von Daniel Hügli, Stäfa
Sonova-CEO Lukas Braunschweiler im Video-Interview mit cash.ch.
Bild: cash

Zum ersten Mal in der Firmengeschichte übertraf der Hörgeräte-Produzent Sonova beim Umsatz die Marke von zwei Milliarden Franken. Das zeigten die Jahreszahlen der Firma, die am Dienstagmorgen bekanntgegeben wurden. CEO Lukas Braunschweiler spricht im cash-Video-Interview von einem "echten Meilenstein", der erreicht wurde. 

Genau genommen stieg der Umsatz im per Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr um 4,3 Prozent auf 2,04 Milliarden Franken. In Lokalwährungen betrug das Umsatzwachstum 6,2 Prozent. Der Reingewinn stieg um 6 Prozent auf 368,3 Millionen Franken. Vor allem das Kerngeschäft Hörgeräte (das 90 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt) entwickelte sich laut Braunschweiler "sehr gut", weniger erfolgreich war die Sparte Implantate. Hier war laut Braunschweiler das enorme Wachstum im Vorjahr überschätzt worden.

Die Investoren können den Zahlenkranz von Sonova nicht so richtig interpretieren. Die Sonova-Aktie fiel im frühen Handel am Dienstag bis 4 Prozent, dann erfolgte eine Trendumkehr auf fast 3 Prozent Plus. Die Verunsicherung der Anleger rührt wohl weniger von den Umsatzzahlen, die etwas tiefer als geschätzt ausfielen, als vielmehr von den zurückgebliebenen unternehmenseigenen Erwartungen für Umsatz und Betriebsgewinnwachstum.  

Woher rührt die Skepsis der Investoren?

Der Aktienkurs von Sonova hat seit dem SNB-Schock im Gegensatz zu vielen anderen Schweizer Unternehmen nicht mehr das Niveau vom 15. Januar erreicht. Woher rührt diese Skepsis der Investoren? "Die Investoren sind weniger skeptisch gegenüber Sonova und der Grundaufstellung des Unternehmens", sagt Braunschweiler im cash-interview. "Wir haben generell eine 'schöne' Bewertung, wir sind gut unterwegs. Aber im letzten Quartal waren wir ein wenig gefangen in der Frankenfrage. Da sind wir empfindlich, und für Analysten ist es nicht immer einfach zu schätzen, was der Franken ausmacht."

Die Ungleichgewichte bei den Währungseinflüssen lassen sich einfach darstellen: Sonova macht bloss 2 Prozent des Gesamtumsatzes in der Schweiz, hierzulande fallen aber 20 Prozent aller Kosten an.  Anfang März hatte Sonova Produktionsverlagerungen ins Ausland angekündigt, von denen rund 100 Stellen in der Schweiz betroffen sind. Der SNB-Entscheid zur Aufhebung der Kursuntergrenze habe den Plan zur Umsetzung der Stellenverlagerung beschleunigt, so Braunschweiler.

"Wir müssen hart kämpfen, damit wir die Frankeneinflüsse teilweise wettmachen können", so Braunschweiler. In den nächsten zwölf Monaten werde die Produktionsverlagerung Schritt für Schritt umgesetzt. Sonova will primär im Ausland wachsen und sich in Stäfa primär auf die Kernfunktionen konzentrieren. 

Sonova-CEO Lukas Braunschweiler nimmt im cash-Video-Interview auch Stellung zum Austritt von "Firmenvater" Andy Rihs aus dem verwaltungsrat und zur Wirtschaftsentwicklung in den USA.