Spekulationen um Ermotti-Nachfolge - Haucht ein neuer Chef auch der UBS-Aktie neues Leben ein?

Angeblich sucht die UBS eifrig nach einem Nachfolger für Sergio Ermotti. Ein bekannter Analyst schreibt nun, dass ein neuer Firmenchef die grösste Schweizer Bank grundlegend umkrempeln könnte.
14.02.2020 11:23
Von Lorenz Burkhalter
Ist es noch zu früh für Jung-Star Iqbal Khan?
Ist es noch zu früh für Jung-Star Iqbal Khan?
Bild: ZVG

Spekulationen, wonach UBS-Chef Sergio Ermotti zurücktreten und einem Nachfolger Platz machen könnte, sind nicht neu. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge kommt nun aber Bewegung in die Sache. Die grösste Schweizer Bank habe begonnen, nach internen und externen Kandidaten für Ermotti zu suchen, so schreibt sie unter Berufung auf gut informierte Kreise.

Es wäre ein Chefwechsel inmitten einer heissen Phase. Denn im Frühsommer läuft in Paris der Berufungsprozess im Zusammenhang mit der milliardenschweren Strafe gegen die UBS an. Zudem entwickelte sich das selbsterklärte Kerngeschäft der Grossbank im Schlussquartal eher schleppend. Dasselbe liesse sich von der Aktienkursentwicklung behaupten. Selbst im rekordverdächtig starken Börsenjahr liess sich mit der UBS-Aktie unter dem Strich kein Geld verdienen. Seit Januar 2018 errechnet sich gar ein Minus von knapp 28 Prozent. Die Valoren der beiden anderen Grossbanken Julius Bär und Credit Suisse schnitten deutlich besser ab.

Im Kerngeschäft ruhen die Hoffnungen nun auf dem der Credit Suisse abgeworbenen Jung-Star Iqbal Khan. Darf man der Nachrichtenagentur Bloomberg Glauben schenken, dann ist Khan allerdings noch zu wenig lange für seine neue Arbeitgeberin tätig, um Ermotti beerben zu können.

Rochade an der Bankspitze ein potenzieller Kurstreiber

Zumindest bei Barclays schliesst man Khan als möglichen Nachfolger Ermottis jedoch nicht aus. Die britische Grossbank hält den Jung-Star für die richtige Wahl und verweist dabei auf den überzeugenden Leistungsausweis Khans bei der Credit Suisse.

Für Barclays steht fest, dass sich die UBS neu aufstellen und die Kostenstruktur grundlegend an das ertragsärmere Umfeld anpassen muss. Ihres Erachtens sollte sich die grösste Schweizer Bank dabei ein Beispiel an der Credit Suisse nehmen. Ohne materielle Restrukturierungskosten ginge das vermutlich aber nicht, was letztendlich sogar die Dividendenpolitik beeinträchtigen könnte.

Barclays sieht in einem neuen Firmenchef und einer strategischen Neuausrichtung zwar einen potenziellen Kurstreiber für die UBS-Aktie, empfiehlt diese vorerst aber weiterhin mit "Underweight" und einem Kursziel von 10 Franken zum Verkauf.

Noch gehen vom Bloomberg-Artikel nur am Rande Kursimpulse für die Aktie der UBS aus. Zur Stunde gewinnt diese 0,5 Prozent auf 13,07 Franken.

 

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