Sportverein - BVB schreibt rote Zahlen - Vorstand hofft auf Rückkehr der Fans

Der wegen der Geisterspiele in die Verlustzone geratene Fussball-Bundesligist Borussia Dortmund (BVB) hofft auf eine rasche Rückkehr der Fans.
17.08.2020 14:15
Bilanzpressekonferenz des Fussbalclubs BVB am Montag 17. August 2020.
Bilanzpressekonferenz des Fussbalclubs BVB am Montag 17. August 2020.
Bild: imago images / Poolfoto

"Wir müssen schauen, wie wir wieder Zuschauer in die Stadien bekommen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei der Vorlage der Bilanz für das Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende Juni) am Montag. Zumindest in grossen Stadien könne er sich eine Zahl im fünfstelligen Bereich vorstellen. Der BVB trägt seine Heimspiele im Signal-Iduna-Park aus, der mehr als 80'000 Zuschauer fasst und damit das grösste Stadion der Bundesliga ist. Doch alles hänge davon ab, wie die Politik Ende August entscheidet, schränkte Watzke ein.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten zuletzt eine Entscheidung über die Zulassung von Zuschauern mit Beginn der neuen Saison am 18. September vertagt und Spielen in vollen Stadien vor Ende Oktober eine Absage erteilt. Das würde sechs Bundesliga-Spieltage betreffen. Bis zum 31. Oktober sind auch andere Grossveranstaltungen untersagt.

Watzke sagte, der BVB sei finanziell gewappnet und könne die Pandemie noch "sehr, sehr lange" durchhalten. "Hier kommt uns zugute, dass wir im letzten Jahrzehnt konservativ gewirtschaftet haben." Sollte aber auch die Saison 2020/21 ohne Fans in den Stadien stattfinden, werde der Verlust deutlich höher ausfallen als 2019/20. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Erzrivale von Rekordmeister Bayern München wegen der Geisterspiele rote Zahlen geschrieben. Bei stagnierenden Erlösen von 370 Millionen Euro fiel nach ersten Berechnungen ein Verlust von 44 Millionen Euro an. Vor Jahresfrist hatte der BVB noch einen Gewinn von 17,4 Millionen ausgewiesen. Die Spielzeit 2019/20 war Mitte März wegen der Corona-Pandemie unterbrochen und zwei Monate später ohne Zuschauer fortgesetzt worden.

Operativ sank das Ergebnis (Ebitda) auf 63 (116) Millionen Euro. Um die Liquidität zu stärken, erhalten die Aktionäre keine Dividende. Der für die Finanzen zuständige Geschäftsführer Thomas Tress sagte, das Eigenkapital sei um fast 50 Millionen auf 305 Millionen Euro geschrumpft. Finanzielle Spielräume habe sich der BVB über neue Kreditlinien gesichert.

Watzke erklärte, das Management gebe kein Ziel für die neue Saison aus. "Wir müssen aber sehr auf der Hut sein", betonte der Manager mit Blick auf den Erzrivalen. Bayern München dürfte wohl die beste Mannschaft aller Zeiten haben.

(Reuters)

 
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