Staatsanwaltschaft - Festgenommener Ex-Wirecard-Chef Braun will kooperieren

Der von der Münchner Staatsanwaltschaft festgenommene Ex-Wirecard-CEO Markus Braun hat nach Angaben der Ermittler Kooperationsbereitschaft zugesagt.
23.06.2020 13:50
Wirecard-CEO Markus Braun: Aufnahme von der Jahresbilanz-Präsentation vom 25.04.2019.
Wirecard-CEO Markus Braun: Aufnahme von der Jahresbilanz-Präsentation vom 25.04.2019.
Bild: imago images / argum

"Er hat im ersten Gespräch seine Mitarbeit zugesagt", sagte am Dienstag die Sprecherin der Ermittlungsbehörde, Anne Leiding. Der österreichische Manager habe sich am Vorabend selbst gestellt und sei aus Wien angereist, nachdem er wohl von dem Haftbefehl erfahren habe. Vorgeworfen werden Braun derzeit "unrichtige Angaben" in den Wirecard-Bilanzen und Marktmanipulation, doch kommen auch andere Straftaten in Betracht. "Wir führen unsere Ermittlungen ergebnisoffen", sagte Leiding dazu.

Ex-Wirecard-CEO Markus Braun festgenommen: Braun soll Umsatz durch vorgetäuschte Einnahmen aufgebläht haben

Brauns sollte am Nachmittag einer Haftrichterin vorgeführt werden, die über die Fortdauer der Untersuchungshaft entscheiden wird. Möglicherweise ist Brauns Festnahme nicht die letzte in dem Skandal um mutmassliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro, die den Dax -Konzern an den Rand des Abgrunds geführt haben. Der am Montag von Wirecard gefeuerte Jan Marsalek war bis vergangene Woche für das Tagesgeschäft verantwortlich. Nach Leidings Worten ist möglich, dass Marsalek nun ebenfalls per Haftbefehl gesucht wird: "Das kann ich weder bestätigen noch dementieren", sagte die Oberstaatsanwältin.

(AWP)