Die Unternehmensgeschichte geht weit zurück bis ins Jahr 1837, als der gleichnamige John Deere, die Industriefirma gründete. Heutzutage gehört das umgangssprachlich bekannte John Deere zu den führenden Herstellern von Landtechnik, also diversen Land- und Forstmaschinen wie Traktoren und Mähdreschern.
Im ersten Quartal konnte Deere einen Gewinn pro Aktie von 2,42 US-Dollar erreichen, bei einem 13 Prozent höheren Gesamtumsatz von 9,61 Milliarden Dollar. Die Nachfrage ist laut Analyse von Barclays nach wie vor breit gefächert und wird durch Infrastrukturausgaben, Investitionen in Rechenzentren sowie den Öl- und Strassenbau gestützt, während die Forstwirtschaft angesichts des schwachen Wohnungsbaumarktes weiterhin schwächelt.
Der Landmaschinenhersteller hob zudem die Gewinnprognose fürs Gesamtjahr an, nachdem diese Ende 2025 für Enttäuschung unter den Anlegern gesorgt hatte. Nun stellt das Management für 2026 einen Nettogewinn zwischen 4,5 und 5 Milliarden Dollar in Aussicht. Vorhin war von 4 bis 4,75 Milliaren Dollar die Rede. Damals betonte CEO John May die bevorstehenden und anhaltenden Herausforderungen im Agrarsektor sowie den anhaltenden Margendruck durch Zölle. Die Kosten wurden auf 1,2 Milliarden Dollar geschätzt, von zuvor 600 im Jahr 2025.
Diese Gefahr wurde vor wenigen Tagen jedoch ein wenig abgeschwächt. So sollen die Zollsätze für bestimmte Agrargeräte um 10 Prozentpunkte auf 15 Prozent gesenkt werden, wie Donald Trump am 2. Juni bekannt gab. Die Regelung gilt bis Ende 2027 und dürfte laut Citi für John Deere einen moderaten positiven Ergebniseffekt von etwa 10 bis 15 Cent je Aktie im laufenden Geschäftsjahr bedeuten.
Aufstrebender Dividendentitel
Der Konzern hat seine Dividende seit fünf Jahren kontinuierlich erhöht und ist somit auf gutem Weg, ein Dividendenaristokrat zu werden – auch wenn noch 20 weitere Erhöhungen nötig sind. Über den fünfjährigen Zeitraum ist die Ausschüttung insgesamt um 13,89 Prozent gestiegen.
Ende Juni erhalten Aktionäre erneut eine vierteljährliche Dividende von 1,62 Dollar, nachdem sie im Vorjahr noch bei 1,47 Dollar gelegen hatte. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich daraus eine Gesamtsumme von 6,48 Dollar, was einer Dividendenrendite von 1,0 Prozent entspricht. Die Ausschüttungsquote beläuft sich auf 29,3 Prozent.
Der Titel wird mit dem 32-fachen des für das kommende Jahr erwarteten Gewinns je Aktie gehandelt und mit dem 5,7-Fachen des Buchwerts hoch bewertet. Barclays erachtet die im Vergleich zur Vergangenheit hohe Bewertung angesichts der höheren Margen in der Talphase, des ausgewogeneren Portfolios und des höheren Anteils wiederkehrender Umsätze als angemessen.
Analysten bleiben überwiegend optimistisch gestimmt. Von 26 Experten vergeben 14 ein Kauf-Rating, während elf die Aktie mit «Halten» einstufen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 647,45 Dollar - die höchste Schätzung beträgt 750 Dollar, ausgesprochen von Wells Fargo, BMO Capital Markets ist mit 500 Dollar am pessimistischsten. Das aktuelle Preisniveau liegt bei 579 Dollar - 30 Prozent unter der Wells Fargo-Schätzung.
Wechselndes Umfeld
Insgesamt bleibt das Umfeld damit gemischt: Das Management von John Deere selbst sieht 2026 weiterhin als möglichen Tiefpunkt des Agrarzyklus – auch wenn die Erholung unsicher bleibt. Es wird erwartet, dass die nordamerikanische Grosslandwirtschaft um 15 bis 20 Prozent zurückgehen wird.
Seit Jahren stehen viele Ackerbauern unter Kostendruck, da gestiegene Inputkosten für Energie, Dünger und Treibstoff nicht durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden können. Entsprechend verhalten sich die Investitionen in Landmaschinen wie Traktoren und Mähdrescher.
JP Morgan lobt jedoch in einer Analyse vom Mai, dass sich Deere zunehmend vom klassischen Maschinenhersteller zu einem integrierten Systemanbieter für den Strassenbau entwickelt – mit End-to-End-Lösungen von der Fräse über den Einbau bis hin zur digitalen Steuerung. Dies erhöht die Wertschöpfung pro Projekt deutlich und gilt als wichtiger Treiber für künftiges Margen- und Wachstumspotenzial.
Gleichzeitig sorgt der KI-getriebene Investitionsboom im Infrastruktur- und Rechenzentrumsbereich für zusätzlichen Rückenwind im Bau- und Forstsegment. Barclays wertet John Deere als qualitativ hochwertigen Marktführer mit der Fähigkeit, in unterschiedlichen Marktzyklen stabile Ergebnisse zu erzielen und Fortschritte in Richtung einer langfristigen EBIT-Marge von 20 Prozent zu machen, während Marktanteile weiter ausgebaut werden dürften.

