Starker Franken - Französischer Ökonom kritisiert SNB

Patrick Artus, Chefökonom der Investmentbank Natixis, zeigt sich besorgt über die Lage in der Schweizer Industrie. Noch immer sei der Franken zu stark. Die Aufhebung des Mindestkurses bezeichnet er als Misserfolg.
03.09.2017 11:12
Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich.
Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich.
Bild: cash

Dank des Privatkonsums sei die Schweizer Wirtschaft robust, sagt der Ökonom in der Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche". Aber die Industrie leide unter dem noch zu starken Franken. Zudem gehen die Investitionen zurück.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe nun keine andere Wahl, als am Markt zu intervenieren, um den Franken zu schwächen. Doch habe sie mit der Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 Franken einen strategischen Fehler gemacht, sagt Artus. Den Beweis sieht er in den inzwischen angehäuften Devisenreserven.

Die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten sei für die Schweiz positiv gewesen, sagt er weiter. Denn die Wahl hatte dem Euro den Rücken gestärkt, was den Druck auf den Franken etwas milderte. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hingegen betrachtet er nüchtern. Von Trump gehe keine Gefahr aus. "Weil er nichts macht", sagt Patrick Artus. Und die Republikaner im Kongress hätten eine ganz andere Philosophie als der Präsident mit seinen Reformideen.

Natixis ist die Investmentbank der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken und die zweitgrösste Bankengruppe Frankreichs.

(AWP)