Die Valoren der UBS gaben am Mittwoch um 0,2 Prozent nach. Seit Erreichen eines Mehrjahreshochs von 45 Franken vor Wochenfrist hat der Titel 7,2 Prozent an Wert eingebüsst. Und auch am Donnerstag droht Gegenwind gleich von mehreren Seiten. 

David Solomon, CEO von Goldman Sachs, warnte, dass das Handelsgeschäft der Bank mit festverzinslichen Wertpapieren schwächer laufe als in den vorangegangenen Quartalen und die Kosten im gesamten Unternehmen gestiegen seien. Der Aktienhandel bleibe dagegen «sehr stark», erklärte Solomon am Mittwoch auf einer Konferenz von Barclays.

Angesichts der hohen Geschäftstätigkeit der Bank in diesem Zeitraum seien höhere Kosten zu erwarten. Zudem habe die Investmentbank einige Technologieinvestitionen beschleunigt, erklärte der CEO von Goldman Sachs weiter. Die Aktien von Goldman Sachs verloren an der Wall Street 3,9 Prozent. 

Nach Bekanntwerden der Zinserhöhung der US-Notenbank Fed kam es generell zu Abgaben bei den US‑Finanzwerten. Der Bankensektor-ETF KBW verlor 2,9 Prozent. Aktien wie Bank of America oder Wells Fargo gaben um mehr als 3 Prozent nach, während es für Citigroup und Morgan Stanley ein Minus von knapp über 2 Prozent absetzte. 

Was entscheidet der Ständerat?

Im Streit um schärfere Kapitalvorschriften könnte es am Donnerstag im Ständerat zu einer Kehrtwende kommen. Vertreter der FDP dürften sich bei der ⁠anstehenden Abstimmung im Ständerat dafür aussprechen, auf eine Behandlung des Themas zu verzichten, ⁠wie der Ständerat Andrea Caroni am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters erklärte.

Die Mehrheit der FDP-Vertreter im Ständerat werde ‌wohl dafür stimmen, das Vorhaben an den Bundesrat zurückzuweisen. «Ich rechne mit ‌einer Mehrheit meiner Gruppe und bin hoffnungsvoll, ​dass die Motion angenommen wird», so Caroni. Die Regierung hat in der Sache eine harte Position eingenommen, die die UBS strikt ablehnt.

Die einflussreiche Kommission für Wirtschaft und ​Abgaben der kleinen Kammer überwies Ende August einen wesentlich sanfteren Gegenvorschlag zur Regierungsvorlage. So soll die UBS ihre ‌ausländischen Tochtergesellschaften mit 50 Prozent hartem Kernkapital (CET1) und 50 Prozent sogenannten AT1-Anleihen unterlegen. Die Regierung mit Finanzministerin Karin Keller-Sutter fordert dagegen 100 Prozent hartes Kernkapital, das für die Bank wesentlich teurer ​ist ​als AT1-Anleihen.

Bisher hatte sich abgezeichnet, dass der Kommissionsvorschlag ⁠im Ständerat gute Chancen haben würde. Doch am Dienstag ​beschlossen FDP-Vertreter, Caronis Vorstoss ⁠zu unterstützen. Der Bundesrat sei das richtige Gremium, um über Eigenkapitalanforderungen zu entscheiden, das stehe ‌bereits im Bankengesetz, erklärte Caroni.

Die Fraktion der FDP kommt im Ständerat auf zwölf der insgesamt 46 Sitze. Die grösste Fraktion ist die Mitte mit ‌15 Sitzen. Mitte-Vertreter Fabio Regazzi bezweifelte, dass der Antrag Caronis ​eine Mehrheit finden werde. Regazzi beschrieb die Situation jedoch als «flüssig»; es seien noch verschiedene Ausgänge denkbar.

Thomas Daniel Marti
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