Das Barometer für das Geschäftsklima ‌fiel ⁠auf minus 35,0 Punkte, von minus 22,0 Zählern im August, wie ⁠das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage mitteilte. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage ‌so schlecht wie noch nie in diesem ‌Jahr. Die Aussichten für die ​kommenden Monate waren schon im August drastisch gesunken und verharrten nun auf tiefem Niveau. «Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise», sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.

Diese Krisenstimmung lässt sich an vielen weiteren Indikatoren erkennen: So ‌sackten die Exporterwartungen in der Autoindustrie ab, nachdem sie zuvor noch gestiegen waren. Ähnliches galt für die Beschäftigungserwartungen. Die Unternehmen bewerteten im September ​überdies ihren Auftragsbestand erneut schlechter als im Vormonat. Die Ertragslage, ​die immer vierteljährlich abgefragt wird, ​ist den Unternehmensangaben zufolge im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal deutlich gesunken.

In anderen ‌Industriezweigen wie der Elektro- und der Chemieindustrie hat sich die Stimmung zuletzt merklich aufgehellt. Ein Grund für die Schwäche der Autobranche ist ​die wachsende ​Konkurrenz aus China, etwa bei ⁠Elektrofahrzeugen. Die chinesischen Autobauer drängen mit Macht ​auf den europäischen Markt, weil ⁠der eigene Markt schwächelt und es eine enorme Überproduktion gibt. ‌Der US-Markt ist ihnen aufgrund der Handelspolitik versperrt. Die deutsche Autoindustrie lehnt deshalb Importzölle nicht mehr generell ab. ‌Priorität müsse aber weiter die Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit ​und ein Dialog mit China als Handelspartner haben, erklärte die Chefin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, kürzlich.

(Reuters)