Michael Saylor, Mitgründer und Verwaltungsratspräsident von Strategy, erklärt die Baisse am Kryptomarkt der vergangenen zwölf Monate für beendet. Er prognostiziert für Bitcoin wieder Kurse von über 100'000 Dollar.
«Bitcoin sollte definitiv wieder in den sechsstelligen Bereich über 100'000 Dollar steigen», sagte der Chef des grössten Unternehmens-Investors in der Kryptowährung am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg Television. «Wir haben den Tiefststand knapp unter 60'000 Dollar erreicht und uns davon erholt. Nun bewegen wir uns Richtung 80'000 Dollar. Ich erwarte von hier aus weitere Kursgewinne.»
Der Bitcoin-Kurs liegt derzeit bei rund 83'000 Dollar und pendelt seit Mitte August um die Marke von 80'000 Dollar. Das Allzeithoch von 126'251 Dollar erreichte die Kryptowährung im Oktober 2025. Davon liegt der Kurs aktuell noch rund 30 Prozent entfernt. Der Kryptowährung fehlt Aufschwung, seitdem wenige Tage nach dem Rekordhoch innerhalb von 24 Stunden Krypto-Positionen im Wert von 19 Milliarden Dollar aufgelöst wurden.
Die Aktie von Strategy folgte dem Rückgang und der teilweisen Erholung des Bitcoins. Zur Bewältigung des Bärenmarktes stellte Saylor ein neues Kapitalrahmenwerk vor. Strategy darf damit sowohl Bitcoins als auch eigene Stammaktien verkaufen. Dies stärkt die Liquidität, senkt die Verschuldung und finanziert den Rückkauf von verzinsten Vorzugsaktien.
Strategy hat den Kauf von Bitcoins zeitweise gestoppt und in den vergangenen Monaten auch den Token verkauft. In den letzten Wochen kaufte das Unternehmen Bitcoins zu, jedoch kleinere Mengen im Vergleich zu den Käufen während des vergangenen Bullenmarktes. Saylor rechnet mit wieder steigenden Käufen und der Ausgabe weiterer Wertpapiere zur Finanzierung.
«Wir bewegen uns in einem Bullenmarkt. Deshalb werden wir voraussichtlich Bitcoins kaufen und Wertpapiere am Markt platzieren», sagte Saylor. «Unsere langfristige Prognose sieht ein jährliches Wachstum von Bitcoin von 20 bis 30 Prozent für die nächsten Jahre vor.»
Neben dem verhaltenen Kursverlauf droht Strategy neuer Gegenwind: MSCI erwägt neue Indexregeln. Diese könnten zum Ausschluss von Strategy aus den globalen Aktienbenchmarks führen und das Finanzierungsmodell belasten. Die Regeländerung würde Unternehmen ausschliessen, die primär Vermögenswerte anhäufen, anstatt ein operatives Geschäft zu betreiben.
«Wir finden diese Haltung enttäuschend. MSCI wendet benachteiligende Massstäbe auf digitale Vermögenswerte an», sagte Saylor. «Das setzt ein schlechtes Zeichen für uns und die Branche. Ich hoffe auf ein Umdenken.»
MSCI wird voraussichtlich am Freitag einen Entscheid bekannt geben. JPMorgan schätzte im vergangenen November das betroffene Kapitalvolumen auf bis zu 2,8 Milliarden Dollar. Strategy sei als operatives Unternehmen und nicht als Holdinggesellschaft zu bewerten, betonte Saylor.
(Bloomberg/cash)

