Stromversorger - Alpiq-Verlust belastet Romande Energie

Der Energiekonzern Romande Energie hat im vergangenen Jahr den Umsatz gesteigert, wobei die Energiedienstleistungen stark zulegten. Ein Steuereffekt liess den Reingewinn einbrechen.
11.04.2019 08:13
Strommasten in der Morgensonne.
Strommasten in der Morgensonne.
Bild: Pixabay

Der Umsatz legte im Geschäftsjahr 2018 um 3,9 Prozent auf 597,6 Millionen Franken zu. Gerade die Energiedienstleistungen seien sowohl organisch als auch durch Akquisitionen um 76 Prozent auf 76 Millionen Franken gewachsen, teilte das Westschweizer Unternehmen am Donnerstag mit. Auf die Erträge drückte hingegen ein leichter Rückgang bei der Stromnachfrage.

Romande Energie versorgt Endkunden, bei denen die Tarife reguliert sind, und hat eine relativ geringe Eigenproduktion. 2018 erreichte diese 18 Prozent der gelieferten Energie. Die eigenen Anlagen steigerten die Produktion wegen der starken Regenfälle im ersten Halbjahr um 34 Prozent auf 487 Millionen Kilowattstunden.

Steueraufwand

Operativ sah es im vergangenen Jahr ähnlich aus wie 2017. Der EBITDA blieb stabil bei 133,9 Millionen Franken. Das sei ein respektables Ergebnis angesichts des unsicheren Branchenumfelds, des zunehmenden Wettbewerbes sowie der Kosten im Zusammenhang mit der Ausführung der Strategie 2018-2023, hiess es.

Unter dem Strich belasteten erneut die Unternehmen, an denen Romande Energie beteiligt ist. Die assoziierten Gesellschaften bescherten einen Verlust von 1,7 Millionen nach 1,5 Millionen im Vorjahr. Besonders der Jahresverlust bei Alpiq wirkte sich negativ aus. Romande Energie hält einen Anteil von 29,7 Prozent an der EOS Holding SA, die wiederum mit einem Anteil von 31,4 Prozent an Alpiq beteiligt ist.

Dazu kam ein Steuereffekt: Wegen neuer gesetzlicher Bestimmungen im Kanton Waadt kam es 2018 zu einem Steueraufwand von 12 Millionen Franken nach einem Steuerertrag von 40 Millionen Franken im Vorjahr. Der Reingewinn bei Romande Energie sank in der Folge um 54 Prozent auf 53,5 Millionen.

Stabile Dividende

Den Aktionären soll eine unveränderte Dividende von 36 Franken je Aktie ausbezahlt werden. Dennoch seien erhebliche Ausgaben für die nächsten Schritte der Strategieumsetzung eingeplant, so Romande Energie.

Im Rahmen der Strategie soll zum Jahreswechsel eine neue Gruppenstruktur mit den Sparten Netzwerke, Energielösungen und Energieservices eingeführt werden und bis Ende 2020 so 20 Millionen Franken eingespart werden, wie die Gruppe am Donnerstag frühere Aussagen bestätigte. Die Eigenproduktion sowie das Verteilnetz sollen zudem weiter ausgebaut werden.

Mit Blick in die Zukunft geht Romande Energie für das laufende Jahr von einem stabilen Betriebsergebnis aus - sollte es nicht zu Sonderfaktoren kommen sowie einer negativen Entwicklung an den Strom- und Devisenmärkten.

Ein wichtiges Ereignis sei 2019 zudem der Wechsel an der Führungsspitze. Ende 2018 war bekanntgeworden, dass der frühere Swisscom-Manager Christian Petit im Juni den CEO-Posten übernehmen wird. Er folgt dann auf Pierre-Alain Urech, welcher der Gruppe in den vergangenen 15 Jahren vorstand.

(AWP)

 

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