Ein Stratege der US-Investmentbank Goldman Sachs hält an seinem Kursziel für südkoreanische Aktien fest. Anleger unterschätzen laut ihm die Dauer des Speicherchip-Booms. In einem Update bekräftigt Timothy Moe, Chefstratege für Aktien in Asien-Pazifik, sein Kursziel für den Leitindex Kospi bei 12'000 Punkten. Gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht das einem Kurspotenzial von über 70 Prozent.

Die Bestätigung folgt auf eine Schwächephase: Seit dem Allzeithoch von Mitte Juni 2026 hat der südkoreanische Leitindex rund 25 Prozent an Wert eingebüsst. Zeitweise lag das Börsenbarometer sogar 45 Prozent darunter.

«Wir halten daran fest. Der Treiber ist das erwartete Gewinnwachstum» meint der Experte. Die Sorgen der Anlegerinnen und Anleger über die Nachhaltigkeit des KI-Ausgabenbooms von Big Tech sowie eine hohe Volatilität bei den südkoreanischen Zugpferden seien übertrieben.

Anlegern sollte allerdings das Klumpenrisiko im südkoreanischen Markt bewusst sein. Denn Samsung Electronics und SK Hynix - die beiden südkoreanischen Hauptprofiteure der Engpässe bei Speicherchips - machen zusammen rund 50 Prozent des Barometers aus. Sie sind auch für den Löwenanteil der diesjährigen Indexavancen in Höhe von 69 Prozent verantwortlich: Über 81 Prozent davon sind den beiden Aktien zuzuschreiben.

Das hohe Kospi-Kursziel dürfte demnach auch ein Resultat dieser Konzentration sein. In diesem Jahr wird mit einem Gewinnanstieg pro Aktie bei SK Hynix um fast das Sechsfache gerechnet, bei Samsung um über das Siebenfache. Zwar rechnet Moe für das nächste Jahr mit einer Abschwächung auf durchschnittlich 35 Prozent - doch dies sei im Markt bereits eingepreist.

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