Sunrise-CEO: «IPO war ein grosser Erfolg»

Libor Voncina, CEO Sunrise, zeigt sich im cash-Video-Interview sehr glücklich mit dem Börsengang seiner Firma und dem Jahresergebnis 2014. Ausserdem äussert er sich zum Besitzerwechsel bei der Konkurrentin Orange.
26.03.2015 15:03
Von Pascal Züger
Libor Voncina: Seit Anfang 2013 ist der Slowene Chef von Sunrise.
Bild: cash

"Der Börsengang war ein grosser Erfolg", zeigt sich Sunrise CEO Libor Voncina im cash-Video-Interview äusserst zufrieden über die Performance des Börsen-Neulings. Als das Telekommunikationsunternehmen Sunrise am 6. Februar erstmals am Schweizer Aktienmarkt gehandelt wurde, stellte dies den grössten Börsengang in der Schweiz seit 2006 dar.

Der Start verlief zunächst wacklig: Nach einem Startpreis von 76 Franken fiel der Titel innerhalb von fünf Tagen um vier Prozent auf 73 Franken. Die Aktie konnte sich danach fangen und notiert derzeit bei knapp 80 Franken. Analysten sehen noch leichtes Potential nach oben und setzen ihr Kursziel bei 85 bis 100 Franken fest.

Aktienbesitzer dürfen sich übrigens 2016 bereits über die erste Dividendenausschüttung freuen: Anlässlich der Bilanzmedienkonferenz versprach Libor Voncina eine Auszahlung von mindestens 135 Millionen Schweizer Franken in Dividenden.

2014: Innovative Produkte, aber…

Im Jahr 2014 erzielte Sunrise einen 3,1 Prozent höheren Umsatz von 2,08 Milliarden Franken, nachdem im Vorjahr noch eine Umsatzeinbusse resultiert hatte. "2014 konnten wir wichtige Wachstumsimpulse setzten", zeigt sich Libor Voncina stolz.

Zahlreiche neue Produkte wurden lanciert. So zum Beispiel Sunrise Freedom, welches erstmals auf Mindestlaufzeiten verzichtet und so Abo-Wechsel flexibler macht. Die neuen Angebote seien überaus positiv aufgenommen worden und hätten die Trendwende ermöglicht, so Voncina.

Trotzdem bleibt Sunrise unter dem Strich ein Verlust von 8,4 Millionen Franken, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Mit den vorgelegten Zahlen hat Sunrise die Erwartungen der Analysten erfüllt. Ziele für das laufende Jahr nennt das Unternehmen vorläufig keine.

Keine Angst vor Preiskampf

Bei Orange, der direkten Konkurrentin von Sunrise, hat jüngst die Übernahme durch Xavier Niel für Furore gesorgt. Der Franzose gilt als Enfant Terrible und hatte in der Vergangenheit mit einer Niedrigpreis-Strategie den französischen Telekom-Markt in seinen Grundfesten erschüttert.

Kommt es nun auch in der Schweiz zum grossen Preiskampf? "Wir sehen bei Orange keinen Strategiewechsel, sondern bloss einen Besitzerwechsel", gibt sich Libor Voncina gelassen. Ausserdem würden Schweizer Konsumenten nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Service-Qualität schauen.

Sunrise scheint sich vor Orange nicht zu fürchten und zeigt sich selbst sehr innovativ. In diesem Jahr sind bereits mehrere neue Produkte lanciert worden und weitere seien für die nächsten Monate in Planung. Details würden zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verraten. "Wir haben eine volle Pipeline", fügt Libor Voncina aber schmunzelnd hinzu.

Im Video-Interview mit cash äussert sich Libor Voncina auch über die Möglichkeit einer Fusion mit Orange und die Erfolge im Jahr 2014.