Der Dollar verliert einer Umfrage zufolge bei superreichen Familien rund um den Globus an Rückhalt. Rund zwei Drittel der von der Schweizer Grossbank UBS befragten Familien mit privaten Vermögensverwaltungsgesellschaften (Family Offices) rechnen damit, dass das Vertrauen in den Dollar als Reservewährung auf Sicht von zwölf Monaten abnimmt, hiess es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Die geopolitische Unsicherheit und eine mögliche Schuldenkrise trügen dazu bei, dass Familien eine stärkere Diversifizierung ihrer Währungsanlagen ins Auge fassten.
Der Dollar hat zum Euro 2025 knapp zwölf Prozent an Wert verloren, zum Franken gar über zwölf Prozent. «Angesichts der sehr markanten Bewegung im letzten Jahr sind viele Family Offices über die Bücher gegangen und haben sich gefragt, ob sie über alle Anlageklassen hinweg im Dollar überexponiert sind», erklärte UBS-Anlagestratege Maximilian Kunkel. «Fast die Hälfte kam zu dem Schluss, dass sie das sind.» Im Euro sehen sich lediglich sieben Prozent zu stark engagiert, im Franken fünf Prozent, hiess es in der zwischen Januar und Ende März bei insgesamt 307 UBS-Kunden getätigten Umfrage weiter. Die Family Offices kamen durchschnittlich auf Vermögen von 2,7 Milliarden Dollar.
Dahinter stehe ein breiteres Überdenken der US-lastigen Ausrichtung von Portfolios. «Erstmals spüren wir, dass Family Offices in Asien-Pazifik und zu einem gewissen Grad auch in Westeuropa aufbauen wollen», sagte UBS-Manager Benjamin Cavalli. «Das betrifft vor allem Family Offices ausserhalb der USA, aber wir sehen auch Anzeichen, dass ein sehr limitierter Teil der De-Dollarisierungs-Bewegung von US-Family-Offices ausgeht.»
Die Absicht, die Portfolios umzubauen, habe mit 60 Prozent den höchsten Stand seit dem Beginn der Umfrage im Jahr 2020 erreicht. Die Family Offices planten, mehr in Schwellenländer-Aktien oder auch Infrastruktur zu investieren. Immobilien-Anlagen würden dagegen eher abgebaut. Am ausgeprägtesten sei die Bereitschaft zu Umschichtungen im Nahen Osten. «Die aktuelle Situation ist ein Weckruf für die Family Offices in der Region. Sie fragen sich, ob sie angesichts der aktuellen geopolitischen Risiken richtig aufgestellt sind», erklärte Cavalli.
Ende Februar hatten die USA und Israel den Iran angegriffen, der als Reaktion mit Schlägen auf Golfstaaten reagierte. Family Offices stuften geopolitische Konflikte inzwischen mit beträchtlichem Abstand als grösstes Risiko ein, hiess es in der Studie weiter.
(Reuters)

