Unter dem Strich stand ein Reingewinn von 4,2 Milliarden Dollar, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Das ist ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zu 2011. Analysten hatten mit 3,65 Milliarden Dollar gerechnet. Geholfen hat dem Unternehmen aus Zürich auch, dass es rund eine Milliarde Dollar nicht mehr benötigte Schadenreserven auflösen konnte.

An die Aktionäre will Swiss Re insgesamt 7,50 Franken je Aktie ausschütten nach drei Franken im Vorjahr. Weil das für die AA-Bonitätsnote nötige Kapital um mehr als zehn Milliarden Dollar übertroffen wird, erhalten die Anteilseigner eine Sonderdividende von vier Franken. Finanzchef George Quinn verspricht zudem weiterhin attraktive Ausschüttungen. "Zunächst sind wir bestrebt, die ordentliche Dividende weiter zu erhöhen", sagte er. "Darüber hinaus wollen wir expandieren und attraktive Geschäftsgelegenheiten nutzen, die unseren Rentabilitätskriterien gerecht werden."

Die Aktie gab von den anfänglichen Gewinnen etwas ab, notiert aber in einem schwachen Gesamtmarkt noch immer deutlich im Plus. Zwischenzeitlich sind die Titel gar bei 76,60 Franken auf ein neues Mehrjahreshoch geklettert. Zuletzt gingen die Papiere im Sommer 2008 auf diesem Niveau um. Die Volumen sind relativ hoch. Bereits 890'000 Aktien wurden gehandelt, dies verglichen mit einem durchschnittlichen Tagesvolumen der vergangenen Wochen von 1,2 Mio. Seit Anfang Januar haben die Papiere annähernd 15 Prozent hinzugewonnen.

Finanzziele auf Kurs

Operativ und an den Kapitalmärkten lief es gut: Swiss Re steigerte die Prämieneinnahmen um 15 Prozent auf 25,45 Milliarden Dollar. Die Sparte Sachversicherung arbeitete hochrentabel, obwohl Hurrikan "Sandy" im Schlussquartal mit rund 900 Millionen Dollar Kosten zu Buche schlug. Da ansonsten größere Schäden ausblieben, lagen die Schadenzahlungen trotz des Wirbelsturms unter den veranschlagten 1,3 Milliarden Dollar. Für dieses Jahr rechnet Swiss Re mit 1,8 Milliarden Dollar für Schäden und geht von einem Schadenkostensatz von 93 Prozent aus. 2012 waren es 83,1 Prozent. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Schäden und Verwaltungskosten durch Prämieneinnahmen gedeckt.

Swiss Re sieht sich auf Kurs, die selbst gesetzten Finanzziele zu erreichen. Der Konzern strebt bis 2015 im Durchschnitt eine Gewinnsteigerung je Aktie von zehn Prozent an. 2012 schnitt der Konzern besser ab.

Die Vertragserneuerungen im Januar brachten den Schweizern in der Schaden- und Unfallversicherung, die rund die Hälfte des Geschäfts ausmacht, ein Prämienplus von elf Prozent. Die Preise blieben dabei stabil - ein Trend, der nach den Worten von Finanzchef Quinn das ganze Jahr anhalten dürfte.

Einen Wachstumsschub verspricht sich Swiss Re durch das Auslaufen der Quoten-Rückversicherung mit Berkshire Hathaway im Dezember. Dieses Jahr und 2014 dürften die Prämien deswegen insgesamt um rund 25 Prozent steigen. Swiss Re hatte in den vergangenen fünf Jahren 20 Prozent des Schaden- und Unfallgeschäfts an die Beteiligungsgesellschaft Warren Buffett abgegeben und damit Kapital freigesetzt. Der legendäre US-Investor hatte den Schweizern 2008 unter die Arme gegriffen, nachdem sie in der Finanzkrise mit riskanten Anlagen Schiffbruch erlitten hatten.

Die Reaktionen der Analysten

Finanzanalysten zeigen sich vom Jahresergebnis begeistert. "Das Kennzahlenset von Swiss Re ist stark", schreibt die Zürcher Kantonalbank in einer Anlegernotiz. Sie verweist vor allem auf das starke Nichtlebengeschäft. Die anderen Geschäftsbereiche hätten hingegen nicht ganz so gut abgeschnitten. Die Dividende bezeichnet der ZKB-Analyst als "sehr hoch".

Auch Fabrizio Croce von Kepler hebt die Dividendenausschüttung, die mit insgesamt 7,50 CHF je Titel die Markterwartung von rund 5 CHF bei weitem übertreffe, als Kurstreiber hervor. Swiss Re habe im Vergleich zur Konkurrenz auch in der Erneuerungsrunde Januar gut abgeschnitten und erfreulich sei auch das Wachstumspotential der Gruppe nach Ablauf des Quota-Share-Abkommens mit Berkshire Hathaway, so Croce weiter.

"Die Zahlen von Swiss Re bilden eine gesunde Basis für künftiges profitables Wachsum", sagt der Sarasin-Analyst Peter Casanova. Er sieht den Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2013 von 7 für deutlich unterbewertet. Die Branchenkonkurrenz weist eine bis zu 20 Prozent höhere Bewertung auf. "Wir setzen Swiss Re auf Buy", so Casanova. 

Auch bei Kepler wird Swiss Re weiterhin zum 'Kauf' empfohlen und zwar mit einem Kursziel von 83 CHF. Die ZKB behält die Titel auf 'Marktgewichten'.

(Reuters/cash)