Die Aktien der Swisscom verlieren am Mittwoch im frühen Handel 0,6 Prozent auf 625,50 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) um 0,5 Prozent nachgibt. Seit Jahresanfang haben die Swisscom-Valoren um 9,4 Prozent zugelegt und erreichten damit den höchsten Stand seit August 2000.  

Die am Dienstag bekannt gegebenen Preiserhöhungen - mehr dazu hier - wurden von Morgan Stanley bereits vorher eingepreist. Dies erklärt auch, warum die Valoren bereits in den Tagen zuvor stark performten. Die US-Investmentbank stuft Swisscom mit «Overweight» und einem Kursziel von 720 Franken ein. 

Der Wettbewerb unter den Schweizer Telekomunternehmen bleibe intensiv - stärker als er noch vor einem Jahr erwartet habe, schrieb Analyst Emmet Kelly vor Wochenfrist in einer Kundennotiz. Die jüngsten Preiserhöhungen von Swisscom, insbesondere bei der Marke Wingo, wertete der Experte jedoch als mögliches positives Signal.

Auch dürfte der Konzern von einer möglichen Konsolidierung des italienischen Telekommarktes und einer anschliessenden Markterholung profitieren. Die erwartete Dividendenrendite von 4,5 Prozent im Jahr 2027 erscheine im Vergleich zu zehnjährigen Schweizer Staatsanleihen unter 0,3 Prozent sehr attraktiv, so der Analyst von Morgan Stanley

Mit seinem hohen Kursziel - entspricht einem Aufwärtspotenzial von 15 Prozent - befindet sich der Analyst von Morgan Stanley allerdings alleine auf weiter Flur. Gemäss AWP-Analyzer beläuft sich das durchschnittliche Kursziel auf 549 Franken und liegt damit rund 14 Prozent unter den bezahlten Preisen. Nur zwei Experten vergeben ein Rating «Kaufen», acht ein «Halten» und sechs ein «Verkaufen».

Zu den Pessimisten zählt die Bank of America, welche vor zwei Wochen das Kursziel für Swisscom in einer Branchenstudie auf 451 von 460 Franken senkte mit der Einstufung «Underperform». In der Schweiz rechne er mit einem Umsatzrückgang im vierten Quartal, schrieb der zuständige Experte.

Dies dürfte sich aber nach kaum auf den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen unter Ausklammerung der Leasing-Verbindlichkeiten (EbitdaaL) auswirken. In Italien dürfte sich das Umsatzwachstum leicht verbessern, während der EbitdaaL und die Investitionsausgaben deutlich gestiegen sein dürften - getrieben durch Sondereffekte. Für 2026 erwartet der Analyst einen leichten Umsatzrückgang von rund 0,5 Prozent bei stabilem EBITDAaL, wobei Inlandsschwächen durch Synergien in Italien ausgeglichen würden. Insgesamt liegen seine Schätzungen nahe am Konsens. 

Dazwischen liegt die Einschätzung des Vermögensverwalters Vontobel. Deren Analyst erhöhte am Mittwoch das Kursziel für Swisscom auf 570 von 548 Franken und beliess die Einstufung auf «Hold». Kostensenkungs- und Effizienzmassnahmen reichten im Schweizer Telekommarkt nicht mehr aus, um den anhaltenden Preisdruck vollständig zu kompensieren, schrieb der Experte.

Der Marktführer habe sich daher zu Preiserhöhungen gezwungen gesehen. Dies könnte nach Einschätzung des Vontobel-Analysten dazu führen, dass Kunden vermehrt zur günstigeren Zweitmarke Wingo wechseln, weshalb auch dort Preisanpassungen nicht überraschen würden. Dass der Anbieter mit den höchsten Preispunkten die Preise anhebe, markiere aus seiner Sicht zugleich einen Wendepunkt für die stark promotionsgetriebene Preisgestaltung im Schweizer Markt.

Der Schweizer Telekommunkationskonzern veröffentlicht am 12. Februar das Jahresergebnis. 

(cash/AWP)