Technologie - ABB-Umsatz höher als prognostiziert - Ausblick angehoben

Der Elektrotechnik- und Automatisierungskonzern ABB hat im zweiten Quartal mehr Umsatz erwirtschaftet als angenommen. Die Aktie gehört zu den Gewinnern im frühen Handel.
22.07.2021 09:23
Björn Rosengren, CEO von ABB.
Björn Rosengren, CEO von ABB.
Bild: ABB / zvg

Beim Industriekonzern ABB hat sich das forsche Wachstum aus dem ersten Quartal im zweiten noch beschleunigt. Mit dem hohen Wachstum bei Umsatz, Bestellungseingang und Gewinn wurden auch die Erwartungen übertroffen. Die Prognosen für das Gesamtjahr werden entsprechend erhöht.

Der Umsatz stieg in der Periode von April bis Juni 2021 auf vergleichbarer Basis um 14 Prozent auf 7,45 Milliarden US-Dollar und der Auftragseingang um 24 Prozent auf 7,99 Milliarden, wie ABB am Dienstag mitteilte. Damit hat der Konzern klar an Tempo zugelegt: im ersten Quartal waren Umsatz und Auftragseingang lediglich um 7 bzw. 1 Prozent gewachsen.

Die hohen Wachstumsraten sind insofern etwas zu relativieren, als das zweite Quartal 2020 besonders vom Ausbruch der Corona-Pandemie betroffen war und für ABB zweistellige Einbrüche von Umsatz und Auftragseingang zur Folge hatten. ABB zeigt sich dennoch zufrieden mit dem Erreichten: Man habe eine starke Performance in einem Quartal der Erholung gezeigt.

So haben die Kundenaktivitäten im zweiten Quartal nicht nur gegenüber dem Vorjahr, sondern auch im Vergleich zum Vorquartal zugenommen. Alle Geschäftsbereiche hätten zweistellige Auftragszuwächse verzeichnet, getrieben durch die breit abgestützte Erholung in den meisten kurzzyklischen Kundensegmenten und die positive Entwicklung in mehreren auf die Prozessindustrie bezogenen Geschäften.

Gewinn klettert überproportional

Auch der Gewinn war im Vorjahr stark von der Pandemie beeinflusst, entsprechend gibt es auch hier eine starke Verbesserung. Sowohl der operative Gewinn (EBITA) als auch der Reingewinn nahmen stark zu. Konkret legte der EBITA um 71 Prozent auf 1113 Millionen US-Dollar und die entsprechende Marge um 4,4 Prozentpunkte auf 15,0 Prozent zu, womit die Marge im oberen Bereich der Zielspanne von 13 bis 16 Prozent angekommen ist. Der Reingewinn konnte gleichzeitig auf 752 Millionen Dollar mehr als verdoppelt werden. Mit den vorgelegten Zahlen wurden auch die Erwartungen von Analysten klar übertroffen.

CEO Björn Rosengren lässt sich mit Blick auf die Margenverbesserung folgendermassen zitieren: "Mich stimmt sehr zuversichtlich, dass wir unsere Performance deutlich verbessert haben. Die merklich höhere operative EBITA-Marge spiegelt die Belebung der Nachfrage sowie die verbesserte interne Effizienz und unsere starke Position in den Bereichen Elektrifizierung und Automation wider."

Mit Blick nach vorne zeigt sich das Unternehmen ebenfalls relativ zuversichtlich. So wird für das dritte Quartal eine Steigerung des vergleichbaren Umsatzes von 10 Prozent sowie ein noch etwas höheres Wachstum des Auftragseingangs in Aussicht gestellt. Die operative Gewinnmarge werde im laufenden Quartal zudem von der regeren Nachfrage sowie vom steigenden Service-Umsatz profitieren.

Prognosen für 2021 angehoben

Im Vergleich zum Vorquartal seien jedoch nachteilige Effekte aus steigenden Rohstoffkosten, Komponentenengpässen und zunehmenden Reisekosten zu erwarten, wenn die pandemiebedingten Restriktionen aufgehoben werden.

Für das Gesamtjahr 2021 zeigt sich das Unternehmen aber noch einmal etwas zuversichtlicher als noch im April. Demnach wird ein Umsatzwachstum von knapp unter 10 Prozent erwartet, davor lautete die Prognose auf "rund 5 Prozent oder höher". Weiterhin rechnet das Unternehmen mit einer Erholung des auf die Prozessindustrie bezogenen Geschäfts. Ausserdem wird neue eine "starke" statt wie zuvor eine stetige Verbesserung der EBITA-Marge erwartet.

Aktie profitiert

Den Börsianern gefällt das Zahlenwerk. Die Aktie steigt im frühen Handel vom Donnerstag um 2,1 Prozent auf 33, 34 Franken und befindet sich damit an der SMI-Spitze. 

Mit einer Performance im bisherigen Jahresverlauf von gut +28 Prozent gehören ABB zu den Top-Werten unter den Blue Chips. Seit März 2020 geht es mit dem Titel praktisch nur noch nach oben. Im Vorjahr resultierte daraus allerdings lediglich ein Plus von knapp 6 Prozent. Mit einem Jahreshoch von knapp über 33 Franken ist die Aktie nicht mehr weit vom Allzeithoch bei über 36 Franken von Anfang 2000 entfernt.

(cash/AWP/Reuters)

 
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