Technologiesektor - Chipzulieferer Siltronic vor Verkauf an taiwanischen Rivalen

Der Münchner Chip-Zulieferer Siltronic steht vor dem Verkauf nach Taiwan.
29.11.2020 19:34
Siltronic Standort im deutschen Burghausen.
Siltronic Standort im deutschen Burghausen.
Bild: ZVG

Siltronic stehe kurz vor der Einigung mit dem Rivalen GlobalWafers, der insgesamt 3,75 Milliarden Euro für Siltronic bieten wolle, teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit. GlobalWafers bietet 125 Euro je Siltronic-Aktie. Der Siltronic-Vorstand halte den Preis, der elf Prozent über dem Freitags-Schlusskurs liegt, für "attraktiv und angemessen". 30,8 Prozent haben die Taiwaner dabei fast sicher. Der Siltronic-Grossaktionär Wacker Chemie, steht vor dem Abschluss einer Vereinbarung mit GlobalWafers, seine Beteiligung zum gebotenen Preis anzudienen.

Die Verhandlungen dauerten bereits seit Monaten, erklärte Siltronic. Eine verbindliche Fusionsvereinbarung solle in der zweiten Dezemberwoche unterzeichnet werden. Beide Unternehmen zusammen wären auf dem Weltmarkt für 300-Millimeter-Wafer - das sind Siliziumscheiben, aus denen Chips gestanzt werden - die Nummer zwei hinter der japanischen Shin-Etsu. Derzeit liegt GlobalWafers auf Platz vier, Siltronic auf Platz fünf.

An der Strategie wollen die Taiwaner bei Siltronic nach Angaben des Münchner Unternehmens praktisch nichts ändern. Die Siltronic-Werke im bayerischen Burghausen und im sächsischen Freiberg seien bis Ende 2024 gesichert. Bis dahin seien auch betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

(Reuters)