Zugleich übertraf das von Elon Musk dominierte Unternehmen die Umsatz-Erwartungen der Wall Street. Tesla-Aktien legten am Mittwoch nachbörslich knapp zwei Prozent zu.
Der freie Cashflow belief sich im abgelaufenen Jahresviertel auf 1,53 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Abfluss von 4,92 Milliarden gerechnet. Die Investitionsausgaben waren mit 4,73 Milliarden Dollar deutlich geringer als die erwarteten 7,5 Milliarden. Im zweiten Quartal waren es noch 5,79 Milliarden gewesen. Der Umsatz lag bei 28,05 Milliarden Dollar und übertraf die durchschnittliche Schätzung von 27,88 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal waren es allerdings noch 28,10 Milliarden Dollar gewesen. Getragen wurde das Geschäft den Angaben zufolge unter anderem von einer Erholung bei den Auslieferungen, die von hohen Benzinpreisen insbesondere in Europa profitierten.
Tesla lieferte im dritten Quartal 486'532 Fahrzeuge aus und übertraf damit die Erwartungen von rund 461'100 – auch wenn dies einen Rückgang von etwa zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Da die Auslieferungen die Produktion um mehr als 22'000 Stück überstiegen, baute Tesla Lagerbestände ab.
Das automobile Kerngeschäft steht bei Tesla aber unter Beobachtung, da Konkurrenten weltweit neuere und oft günstigere Modelle auf den Markt bringen. Tesla setzt hingegen stark auf die in die Jahre gekommenen Modelle 3 und Y. Um die Nachfrage anzukurbeln, hat der Konzern abgespeckte, günstigere Versionen beider Fahrzeuge angeboten.
Die Energiesparte hat sich derweil zu einem wichtigen Standbein von Tesla entwickelt, angetrieben durch die Nachfrage von Entwicklern erneuerbarer Energien und Rechenzentren nach Grossbatterien. Tesla zufolge werden die aktuellen Zölle das Energiegeschäft jedoch härter treffen als die Autosparte.
Investoren fordern aber zunehmend Beweise dafür, dass Musks Vorstoss in die Bereiche autonomes Fahren und Robotik kommerziell erfolgreich ist. Tesla hatte Anfang Oktober mitgeteilt, dass seine «Cybercab»-Flotte in Austin binnen eines Monats von knapp 40 auf über 300 Fahrzeuge angewachsen sei, als nächstes folge Dallas. Im Juli startete Tesla fahrerlose Robotaxi-Fahrten in Miami, Orlando und Tampa in Florida, nachdem der Dienst bereits im April in Dallas und Houston eingeführt worden war.
Am Dienstag hatte Musk erklärt, eine Fusion zwischen Tesla und seinem Raumfahrt-Unternehmen SpaceX sei eine «gute Idee». Beide Firmen hätten Sonderausschüsse gebildet, um ein Geschäft zu erörtern.
Trotz eines Kursrückgangs von rund 14 Prozent in diesem Jahr bleibt Tesla mit einer Bewertung von etwa 1,4 Billionen Dollar der mit Abstand wertvollste Autobauer der Welt. Dies spiegelt die Erwartung der Anleger wider, dass Software für autonomes Fahren, Energiespeicher, Robotaxis und humanoide Roboter letztendlich ein margenstärkeres Wachstum liefern könnten als der reine Fahrzeugverkauf.
(Reuters)

