Transaktion - Milliardenkauf: Schweizer Börse SIX kann spanische BME übernehmen

Die milliardenschwere Übernahme des spanischen Rivalen BME durch den Schweizer Börsenkonzern SIX ist in trockenen Tüchern.
11.06.2020 15:28
Jos Dijsselhof ist seit Januar 2018 CEO der SIX.
Jos Dijsselhof ist seit Januar 2018 CEO der SIX.
Bild: ZVG

Der Konzern übernimmt 93,16 Prozent der Anteile der spanischen Börsen- und Finanzmarktinfrastrukturgruppe Bolsas y Mercados Españoles (BME) und wird damit umsatzmässig zur drittgrössten Börseninfrastrukturbetreiberin Europas.

Insgesamt wurden der SIX rund 77,9 Millionen Aktien zu einem Preis von 32,98 Euro angedient. Das enstpricht einem Gesamtwert von 2,75 Milliarden Franken, wie die SIX am Donnerstag mitteilte. Für die SIX ist die Transaktion der grösste Zukauf der Firmengeschichte. Die Transaktion wurde bereits im November 2019 angekündigt und das Angebot für BME im März 2020 von der spanischen Wertpapiermarktkommission bewilligt.

Nach der Abwicklung werde die Schweizer Börsenbetreiberin somit die Kontrolle über die BME übernehmen. Die bisherige Position der BME in Spanien solle nicht nur erhalten, sondern noch gestärkt werden. Aus dem Zusammenschluss von SIX und BME entstehe eine "stärker diversifizierte Gruppe mit einer starken Präsenz in Europa".

Weltweit werde die SIX zur Nummer Zehn. Die Gruppe werde von einer grösseren geografischen Reichweite, einem breiteren Spektrum an Produkten und Dienstleistungen und einem verbesserten Angebot im Bereich der technischen Infrastruktur und der Finanzmarktinformationen profitieren.

Die SIX mit einem Kreditrating von "A+" von Standard & Poor's sei sehr gut kapitalisiert und verfüge über ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten, um die Transaktion wie vorgesehen bar zu finanzieren. Als Berater der Transaktion fungierten Credit Suisse, Alantra und Santander sowie Linklaters als Rechtsberater.

Der Zürcher Konzern steigt damit früheren Angaben zufolge zum drittgrößten Marktinfrastrukturanbieter in Europa auf. 

(AWP/Reuters)