Die Aktien von Calida ziehen am Montag nach Börseneröffnung um 6,5 Prozent auf 13,66 Franken an, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,7 Prozent anzieht. Seit Jahresbeginn hat der Titel um etwas mehr als 20 Prozent zugelegt. 

Calida will die Aktionäre künftig stärker am Unternehmenserfolg beteiligen. Dazu soll die angestrebte Ausschüttungsquote der Dividenden auf 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses erhöht werden, nachdem sie bisher bei 20 bis 30 Prozent lag. Zudem hat der Verwaltungsrat ein Aktienrückkaufprogramm für bis zu 2 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals beschlossen, wie die Textilgruppe am Montag mitteilte. 

Der Rückkauf soll am 2. Oktober 2026 starten und bis spätestens Ende Juni 2027 laufen. Zugleich will Calida in die Entwicklung der Kernmarken Calida und Aubade investieren, unter anderem in Kollektionen, Verkaufsstellen und Markenkommunikation.

Sowohl die Analysten der Zürcher Kantonalbank als auch die von Vontobel begrüssen die eingeschlagene Richtung, zeigen sich aber weiterhin zurückhaltend. Aus Sicht von ZKB-Analyst Gian Marco Werro erhöhe die neue Kapitalallokationsstrategie zwar die Attraktivität für Aktionäre, setze aber nicht das optimale Signal für die strategische Priorität des Unternehmens.

Stattdessen würde es der ZKB-Experte bevorzugen, wenn das verfügbare Kapital noch konsequenter und schneller in die Erneuerung und Verjüngung der Kernmarken investiert würde. Die Calida Group habe zwar jüngst teils überzeugende Store-Konzepte präsentiert und erste Fortschritte bei der Verjüngung erzielt, doch das Tempo bleibe weiterhin zu niedrig - etwa bei Marken-Ambassadors, Store-Umbauten oder dem Ausbau von Active-Wear. Fundamental hält die ZKB die Aktie mit 16 Franken für fair bewertet, dies bei einem ausgewogenen Risiko-Rendite-Profil. Das Rating lautet «Marktgewichten».

Manuel Lang, Analyst des Vermögensverwalters Vontobel, belässt seinerseits das Rating auf «Hold» mit einem unveränderten Kursziel von 14 Franken. Der neue Kapitalallokationsrahmen verdopple zwar seine Dividendenprognose und impliziere, kombiniert mit dem Aktienrückkauf, eine Gesamtrendite für Aktionäre von 6,3 Prozent zum aktuellen Aktienkurs.

Barausschüttungen an Aktionäre lösten aus Sicht des Vontobel-Experten Ansicht nach jedoch nicht das Kernproblem. Calida und Aubade benötigten eine nachhaltige Umsatzbelebung und Margenverbesserung, um die Bewertung der Aktie zu stützen. Vontobel begrüsse deshalb die wiederholten Marken- und Einzelhandelsinvestitionen, sehe aber nur begrenztes Aufwärtspotenzial, bis die kommerziellen Auswirkungen sichtbar würden.

Verlust im Halbjahr

Operativ befindet sich Calida weiterhin in einer schwierigen Phase. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um 7,9 Prozent auf 93,7 Millionen Franken und unter dem Strich resultierte ein Verlust von 0,6 Millionen Franken, wie die Nachrichtenagentur AWP Ende Juli 2026 berichtete.

Auch bei den beiden Kernmarken Calida und Aubade war noch keine Erholung zu sehen, die Umsätze waren weiter rückläufig. So setzte die Marke Calida im ersten Halbjahr 62,7 Millionen Franken um (-5,0 Prozent), Aubade verbuchte Verkäufe von 26,7 Millionen (-7,8 Prozent). Die Marktpositionen im Premiumsegment seien in den ersten sechs Monaten gezielt ausgebaut worden, teilte das Unternehmen ferner mit. 

Nach Jahren der Umsatzerosion und einer strategischen Überprüfung trennte sich Calida von der US-Lingeriemarke Cosabella. Käufer war die in New York ansässige Crown Brands Group. Die Transaktion umfasst die Marken- und sonstigen Immaterialgüterrechte sowie die Warenbestände.

Mitte September kam ferner eine mögliche weitere Ergebnisbelastung hinzu: Im Streit um den Verkauf der früheren Gartenmöbelsparte Lafuma Mobilier wurde Calida in Paris in erster Instanz zu rund 6,4 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig. Calida prüft derzeit mögliche Rechtsmittel.

Die Gruppe hielt anlässlich der Präsentation der Zahlen zum ersten Halbjahr an der Prognose einer um eine allfällige Schadenersatzzahlung bereinigten operativen EBIT-Marge von mehr als 6 Prozent für 2026 fest. 

Thomas Daniel Marti
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