Die Aktien der Grossbank UBS notieren am Dienstagmorgen bei 40,70 Franken - knapp 1,5 Prozent fester. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Titel über 20 Prozent dazugewonnen. Blickt man vier Wochen zurück, zeigt sich allerdings ein Minus von fast zehn Prozent.

Die Aussichten für die Grossbank sind durchwachsen. Dies geht aus einem Gespräch der Analysten von Keefe, Bruyette & Woods (KBW) mit dem UBS-Finanzchef Todd Tuckner hervor. Zusammen mit dem EFG-CEO Giorgio Pradelli schätzte er dabei verschiedene Branchentrends ein.

Nach einem starken ersten Halbjahr scheine sich die Marktdynamik verlangsamt zu haben, hiess es. Anleger würden in eine defensivere, neutrale oder abgesicherte Position wechseln. In einigen Fällen würden sie sich – teilweise aufgrund der jüngsten Anleihebewegungen – an die Seitenlinie zurückziehen.

Die UBS hält laut CFO Tuckner am Ziel von 200 Milliarden Dollar Netto-Neugelder im Jahr 2028 fest. Die Grossbank habe kaum Bedenken, hinsichtlich der Verlangsamung der Börsengänge bei den Mittelzuflüssen besonders empfindlich zu reagieren. Mögliche Steuerregelungen in China könnten die Mittelzuflüsse im zweiten Halbjahr 2026 zwar beeinflussen, jedoch kaum in wesentlichem Ausmass.

Bei Investitionen in die Künstliche Intelligenz rechnen die KBW-Analysten mit einem Nullsummenspiel. Es sei zwar schwierig, die Technologieausgaben in Zahlen zu fassen, ein Rückgang des Ausgabenanteils gemessen am Umsatz werde aber nicht erwartet. Die KI-Investitionen würden durch Effizienzgewinne voraussichtlich ausgeglichen. Inflation und variable Vergütungen seien deshalb eine gute Grundlage, um zukünftige Kosten einzuschätzen.

Im Fokus der UBS steht der Entscheid zur Eigenkapitalregelung. Der Ständerat hat entschieden, dass die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften künftig mit 90 Prozent hartem Eigenkapital unterlegen muss. Das Geschäft geht nun weiter an den Nationalrat, der voraussichtlich im Dezember darüber abstimmen wird.

Chris Hallam von Goldman Sachs blickt zuversichtlich auf die Zukunft der Grossbank. Er erhöhte das Kursziel für die UBS am Montag auf 49 von 47 Franken und bleibt bei der Einstufung «Neutral». Das durchschnittliche Kursziel beträgt laut AWP-Analyzer derweil 44,34 Franken.

«Die Grossbank dürfte für das dritte Quartal solide Zahlen vorlegen», schreibt der Goldman-Sachs-Analyst. Er erwartet zudem steigende Vermögen im Global Wealth Management, weitere Kosteneinsparungen sowie eine bereinigte Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent. Die Bank könne damit ihre Gesamtjahresziele übertreffen.

Hallam fällt seit Jahren immer wieder mit optimistischen Kurszielen für die UBS auf. Die Fusion mit der Credit Suisse oder starke Quartalszahlen ermutigten den Analysten von Goldman Sachs immer wieder zu neuen Höhenflügen in seinen Prognosen. Vor zwei Jahren etwa setzte er das Kursziel auf 42,90 Franken – die Aktie stand damals bei knapp unter 27 Franken, das durchschnittliche Kursziel betrug 29,13 Franken.

Portrait von cash-Redaktor Loris Gregorio
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