Er werde wegen der wirtschaftlichen Stärke des Landes eine entsprechende «Trump-Dividende» ausschütten, wenn seine ⁠Partei das Repräsentantenhaus und den Senat gewinne, sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) in Dallas. Die einzige Bedingung sei, dass das Geld in den ‌USA ausgegeben werden müsse, fügte er hinzu. Die Umsetzung und die rechtliche Zulässigkeit dieses ‌Vorhabens sind jedoch unklar. Die Idee würde bei rund ​270 Millionen Erwachsenen in den USA etwa 1,35 Billionen Dollar kosten.

Trump stellte sich in seiner fast zweistündigen Rede in den Mittelpunkt des Wahlkampfs. «Ich bitte Sie, so zu tun, als stünde ich auf dem Wahlzettel», sagte der Präsident. «Wir übergeben die Zukunft Amerikas den radikalen linken Demokraten, und unsere Nation wird das nächste Jahrzehnt nur damit verbringen, wieder auf die ‌Beine zu kommen», erklärte er. Trump verteidigte zudem den Krieg gegen den Iran. Er habe einen Angriff befohlen, um die Entwicklung einer iranischen Atomwaffe zu verhindern. Die Ölpreise würden fallen, sobald die USA den Krieg gewinnen würden. Der Konflikt ​zeigt jedoch auch sechs Monate nach den ersten US-Angriffen kaum Anzeichen für ein Ende. Das ​iranische Atomprogramm wurde Experten zufolge nicht zerstört. Der Iran bestreitet weiter ​das Streben nach einer solchen Waffe.

Die Partei will mit dem zweitägigen Treffen ihre Basis für die Wahlen am 3. ‌November mobilisieren. Trump steht dabei im Mittelpunkt. Zum Auftakt der Veranstaltung verschärften die Republikaner ihre Angriffe auf die Demokraten und bezeichneten diese als «gefährlich, radikal und seltsam» sowie als Sozialisten und Kommunisten. Die Strategie mit dem vollen Fokus auf Trump gilt ​jedoch ​als riskant. Seine Beliebtheitswerte sind angesichts des Iran-Kriegs und der ⁠durch Zölle gestiegenen Lebenshaltungskosten gesunken. Mehrere Republikaner aus umkämpften Wahlkreisen blieben dem ​Treffen fern, um moderate Wähler nicht ⁠zu verprellen. Ein Demokrat sorgte indes für eine Überraschung. Senator John Fetterman lobte in einer Videobotschaft seinen republikanischen Kollegen ‌Dave McCormick und kündigte eine Zusammenarbeit mit Trump beim Schutz der heimischen Stahlindustrie an.

Die Partei des amtierenden US-Präsidenten verliert bei den sogenannten Zwischenwahlen historisch gesehen fast immer Sitze im Kongress. Die Republikaner laufen ‌Gefahr, die Mehrheit in mindestens einer der beiden Kammern zu verlieren. Umfragen zeigen zudem ​eine derzeit höhere Motivation der demokratischen Wähler. Der Parteitag kommt ohne formelle Beschlüsse aus und gleicht zur Umkehrung dieses Trends eher einer Wahlkampfveranstaltung Trumps. Die Demokraten kritisierten das Treffen scharf.

(Reuters)