Die USA arbeiteten an einem umfangreichen Abkommen dazu, schrieb US-Präsident Donald Trump am Montag auf seiner Plattform Truth Social. Der Preis für Kali aus Belarus werde deutlich unter dem liegen, den die USA derzeit an Kanada zahlten. Das Nachbarland liefert bislang den Grossteil der US-Kali-Importe, das als Düngemittel zur Steigerung von Ernteerträgen eingesetzt wird.
Experten erwarten jedoch keine grossen Auswirkungen durch das Vorhaben. Der Analyst Josh Linville vom Finanzdienstleister StoneX erklärte, er rechne nicht damit, dass belarussisches Kali eine wichtige Rolle für die Versorgung der US-Landwirte oder sinkende Preise spielen werde. «Wir haben mehr als genug für alle», sagte Linville. Hilfe werde vielmehr bei Phosphat und Stickstoff benötigt. Deren Angebot sei durch den von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran eingeschränkt, der die meisten Lieferungen aus der Golfregion blockiere. Selbst wenn Litauen seinen Hafen Klaipeda für belarussische Exporte öffnen sollte, sei ein Transport über die Ostsee und den Atlantik angesichts der derzeit relativ niedrigen Kali-Preise kaum zu rechtfertigen, so der Experte.
Belarus und Russland gehören zu den weltweit grössten Kali-Produzenten, deren Export durch Sanktionen und logistische Hürden erschwert ist. Kanadas Handelsminister Dominic LeBlanc und der weltgrösste Kali-Produzent Nutrien wollten sich zunächst nicht zu Trumps Mitteilung äussern.
Die USA hatten zuletzt bereits Sanktionen gegen Belarus aufgehoben. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte zudem schon vor einigen Tagen erklärt, sein Land habe den Verkauf von Kali an die USA wieder aufgenommen. Zugleich forderte er die USA auf, eingefrorene Gelder in Höhe von mehr als 40 Millionen Dollar aus dem US-Bankensystem freizugeben.
Trump hatte schon vor Beginn seiner zweiten Amtszeit einen Konflikt mit Kanada begonnen und höhere Zölle gegen den Nachbarn angekündigt. Mit der Zeit schaukelte sich der Konflikt hoch und Verhandlungen zu Handelsfragen scheiterten. Trump hatte erst jüngst neue Zölle gegen kanadische Produkte eingeführt und Kanada reagierte mit Gegenzöllen. Inzwischen hat sich Kanada auch anderen Regionen der Welt stärker zugewandt, um unabhängiger vom Handel mit den USA zu werden.
Während die USA ihren Handel mit Belarus ausweiten wollen, hat die Europäischen Union seit langem Sanktionen gegen das Land verhängt. Brüssel wirft Belarus unter anderem vor, Russland im Krieg mit der Ukraine zu unterstützen. Lukaschenko hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erlaubt, Belarus als Aufmarschgebiet für die Invasion zu nutzen. Schon in den Jahren davor hatte die EU Lukaschenko Wahlfälschung und die Niederschlagung von Protesten vorgeworfen. Lukaschenko regiert Belarus seit 1994.
(Reuters)

