Trump antwortete am Mittwoch in Washington auf die entsprechende Frage eines Journalisten: «Ja, das werde ich.» Er kenne Kim sehr gut und verstehe sich gut mit ihm. «Er verfügt über 57 sehr mächtige Atomwaffen», erklärte der US-Präsident zudem und fügte hinzu, das hätte niemals zugelassen werden dürfen. «Wäre ich Präsident, hätte ich das nicht zugelassen. Aber er hat sie nun einmal.»
Dass Trump eine konkrete Zahl der von Nordkorea besessenen Atomwaffen nennt, ist höchst ungewöhnlich. Die US-Regierung veröffentlicht keine offiziellen Schätzungen. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri schätzte die Zahl im Juni auf rund 60.
Trump hatte sich während seiner ersten Amtszeit 2018 und 2019 wiederholt mit Kim getroffen. Die diplomatischen Bemühungen scheiterten jedoch an der US-Forderung nach einer nuklearen Abrüstung Nordkoreas. Insofern ist unklar, weshalb Trump es so darstellt, dass er nicht zugelassen hätte, dass Nordkorea diese Zahl an Atomwaffen besitzt. Unklar ist auch, weshalb Trump etwa im aktuellen Iran-Krieg das Ziel benennt, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe, diesen Druck auf Nordkorea aber nicht ausübt. Nordkorea ist eng verbündet mit China und Russland.
Trump hatte jüngst das US-Verteidigungsministerium angewiesen, gemeinsame Militärübungen mit Südkorea auszudünnen. Die Übungen würden eine unangemessene und feindselige Botschaft an Nordkorea senden, hatte er erklärt. Nordkorea sei nicht bedrohlich, sondern respektvoll gewesen. Am Montag hatte Trump gesagt, er habe eine Antwort von Kim auf seine Bemühungen um eine Wiederaufnahme von Kontakten erhalten.
Trump drängt einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge seine Mitarbeiter, ein persönliches Treffen noch im Herbst zu organisieren. Kims einflussreiche Schwester, Kim Yo Jong, teilte jedoch mit, ihr sei nichts von einer jüngsten Kommunikation zwischen den beiden Staatschefs bekannt. Das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea sei zwar «wirklich grossartig», Washington bedrohe mit den Militärübungen mit Seoul jedoch weiterhin die nationale Sicherheit Nordkoreas.
(Reuters)

