Das Weisse Haus will bis 2030 jährlich mindestens 1000 Starts und Rückflüge ermöglichen. Mit den Rückflügen ist die Wiederverwendbarkeit der Raketen gemeint, die auch als Schlüssel für eine so hohe Anzahl von Flügen gilt. Um dieses Ziel zu erreichen, wies Trump die Regierungsbehörden an, Ländereien in Staatsbesitz für neue Start- und Landeplätze zu prüfen. Innerhalb von 90 Tagen soll ein neuer staatlicher Landeplatz für Raumfahrzeuge benannt werden. Zudem verlangt Trump, dass staatliche Stellen nicht mit kommerziellen Anbietern konkurrieren, es sei denn, die nationale Sicherheit oder die öffentliche Sicherheit erfordern dies.
Die Anordnung zielt darauf ab, die private Raumfahrtindustrie zu stärken. Die Behörden sollen die gemeinsame Entwicklung von Infrastruktur mit privaten Partnern fördern, Genehmigungsverfahren beschleunigen und ausreichende Funkfrequenzen sicherstellen. Der Direktor des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik des Weissen Hauses, Michael Kratsios, erklärte, die neue Richtlinie werde dem rasanten Wachstum der Branche gerecht und positioniere die USA als führende Nation in der nächsten Ära der Raumfahrt.
Der Ansatz setze auf die Privatwirtschaft, bringe bis 2028 US-Bürger auf den Mond und schaffe bis 2030 erste Elemente einer Mondbasis, sagte Kratsios weiter. Zudem ermögliche er schnelle und widerstandsfähige Startkapazitäten für die nationale Sicherheit. Auf Anfrage sollen die Behörden im Einzelfall auch prüfen, ob ausländische kommerzielle Raumfahrzeuge in den USA starten dürfen.
Die Raumfahrtbehörde Nasa soll laut dem Dekret kommerzielle Transporte zum Mond sowie unbemannte Missionen zum Mars erleichtern und Wege für bemannte Marsflüge ausloten. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Trump wiederholt von Marsmissionen gesprochen. Dabei wurde er von Elon Musk beeinflusst, einem wichtigen Grossspender und zeitweiligen Regierungsberater, für dessen Raumfahrtunternehmen SpaceX der Mars höchste Priorität hat. Der Kongress drängte jedoch darauf, den Fokus wieder auf das milliardenschwere Artemis-Mondprogramm der Nasa zu legen.
Musks SpaceX dominiert das Geschäft mit kommerziellen Raketenstarts. Von den 178 US-Starts im vergangenen Jahr entfielen 170 auf das Unternehmen von Musk, wobei etwa 2500 Satelliten ins All gebracht wurden. Die Gesamtzahl der US-Starts war damit zehnmal höher als noch im Jahr 2013. Im Mai hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA mitgeteilt, SpaceX strebe innerhalb von fünf Jahren 10'000 jährliche Starts an. Im Januar kündigte das Unternehmen an, ein Netzwerk aus einer Million Satelliten aufbauen zu wollen, das Sonnenenergie für Rechenzentren mit Künstlicher Intelligenz (KI) auf der Erde nutzen soll.
(Reuters)

