Der türkische Leitindex fiel am Freitag um rund zwei ‌Prozent ⁠und steuerte damit auf einen Wochenverlust von 8,5 Prozent zu. ⁠Einen Tag zuvor hatte er rund drei Prozent höher geschlossen, nachdem die ‌Behörden Massnahmen zur Stärkung der Finanzstabilität ergriffen hatten. ‌

Durch den Ausverkauf an ​den Märkten hatten einige Fonds Kundenauszahlungen nicht mehr bedienen können. Die Kapitalmarktaufsicht ordnete deshalb die Liquidation mehrerer Investmentfonds an, die über ein Gesamtportfolio von umgerechnet 18,3 Milliarden Dollar verfügten. Zudem wurden die Mindestkapitalanforderung für ‌den Margin-Handel bis zum 2. Oktober auf 20 Prozent von 35 Prozent gesenkt.

Die Zentralbank erhöhte die Repo-Finanzierung und verzehnfachte die Kreditaufnahmegrenzen der ​Banken am Interbanken-Geldmarkt, um die Liquidität zu gewährleisten. Analysten ​sagten, es sei noch nicht ​klar, wohin sich die Märkte weiter entwickeln würden. «Eine so entschiedene Reaktion der türkischen Zentralbank (CBRT) ‌und der türkischen Regulierungsbehörden hat den Aktienanlegern etwas Erleichterung verschafft – es ist noch zu früh, um festzustellen, dass der Ausverkauf seinen Höhepunkt ​erreicht hat», ​sagte Piotr Matys, Analyst bei ⁠ITC Markets.

Finanzminister Mehmet Simsek sagte am ​Freitag, dass die regulatorischen ⁠Eingriffe jegliche Ansteckungsgefahr im türkischen Finanzsystem verhindern sollten. Die Behörden ‌würden den Markt jedoch genau beobachten. «Es besteht kein umfassendes systemisches Risiko. Es gibt kein strukturelles Problem am Aktienmarkt oder ‌am Fondsmarkt. 90 Prozent des Fondsmarktes funktionieren weiterhin einwandfrei», ​sagte Simsek.

(Reuters)