Am späteren Mittwoch knickte der türkische Leitindex BIST 100 um 7,1 Prozent auf 12'913 Punkte ein. Damit fiel er auf das Niveau von Anfang April zurück.
Auslöser des Kursrutsches war die Nachricht, dass ein Vermögensverwalter keine Rücknahmeanträge mehr erfüllen könnte. Dies schürte Befürchtungen hinsichtlich eines allgemeinen Liquiditätsengpasses in der Investmentfondsbranche des Landes.
Die im Zuge der Turbulenzen auch insgesamt erhöhte Nachfrage nach Fondsentnahmen habe Vermögensverwalter wahrscheinlich dazu veranlasst, zunächst ihre liquideren Positionen - in diesem Fall Aktien aus dem Index - zu verkaufen, um den Anforderungen der Kunden nachzukommen, sagte Alper Akalin, Gründer der Finanzberatungsfirma Akalin Finance.
Die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Solidität und Liquidität der Sicherheiten der betroffenen Fonds schienen insofern das Risiko erhöht zu haben, dass auch andere Fonds und Unternehmen in Schwierigkeiten geraten könnten, sagte Wirtschaftswissenschaftlerin Banu Kivci Tokali. Der zunehmende Vertrauensverlust in den Fondssektor habe eine wesentliche Rolle bei der zunehmenden Verkaufswelle an den Märkten gespielt.
Der jüngste Kursrückgang am türkischen Aktienmarkt folgte auf eine monatelange Besorgnis einiger Marktteilnehmer hinsichtlich der Strategien bestimmter Investmentfonds. Besonders im Fokus steht das konzentrierte Engagement in relativ illiquiden Aktien. Hohe Renditen bei einigen dieser Fonds und starke Kursanstiege bei bestimmten Aktien hatten eine Debatte über Bewertungen, Liquidität und Handelsmuster ausgelöst.
(AWP)

