Übernachten in Zürich ist in den letzten 12 Monaten günstiger geworden. Das zeigt das aktuelle Hotelpreisbarometer des internationalen Buchungsportals hotel.info, das auf zwei Millionen Buchungen pro Jahr basiert. Demnach kostet eine Übernachtung in einem Zürcher Hotel im Durchschnitt nur noch knapp 190 Franken. Das sind 8 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.
Unter den grossen Schweizer Städten ist diese Entwicklung eher ungewöhnlich. Denn in Lausanne, Basel und Bern sind die Preise der Hotelzimmer um jeweils rund 5 Prozent angestiegen. Mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 193 Franken hat Basel Zürich nun überholt.
Teuerste Schweizer Stadt bleibt allerdings Genf. In der Rhone-Stadt hat sich die Hotel-Übernachtung seit September 2012 um satte 30 Prozent auf 240 Franken verteuert. In Genf ist die deutliche Verteuerung auf die internationalen Syrien-Gespräche Mitte September zurückzuführen. Die Aussenminister Russlands und der USA haben sich dort auf die Vernichtung syrischer Chemiewaffen geeinigt. Die Verhandlungen dauerten mehrere Tage, entsprechend viel Personal musste in Genf untergebracht werden.
Auch im Ausland günstigere Übernachtungspreise
Der Zürcher Preissturz ist hingegen weniger offensichtlich. Die Gesamtzahl der Logiernächte zwischen Januar und August 2013 hat im Vergleich zur Vorjahresperiode um 4,4 Prozent zugenommen, wie Zahlen von Zürich Tourismus zeigen. Da aber die Zahl der Hotelzimmer gleichzeitig noch stärker angestiegen ist, sank die durchschnittliche Zimmerauslastung in derselben Periode von 70,3 auf 67,4 Prozent.
Von den tieferen Zimmerpreisen machten nur wenige Gäste des Zürcher Filmfestivals Gebrauch. In erster Linie profitierten die Luxushotels, wo viele VIP-Gäste übernachteten. Die breite Masse der Zürcher Hotels verzeichnete aber kaum eine merkliche Zunahme der Logiernächte, wie Jörg Arnold, Präsident des Vereins der Zürcher Hoteliers, gegenüber srf.ch sagte.
Auch in verschiedenen internationalen Metropolen sind die Hotelbetten teilweise deutlich günstiger geworden. Der grösste Preisrückgang ist mit 29 Prozent in Kiew zu beobachten. Allerdings waren dort die Übernachtungskosten vor einem Jahr aufgrund der Fussball-Europameisterschaft überdurchschnittlich hoch.
Ebenfalls Preisrückgänge im zweistelligen Prozentbereich verzeichnen Amsterdam, Madrid, Warschau, Tokio und Istanbul.
Weltweit teuerstes Pflaster bleibt nach wie vor New York mit einem Durchschnittspreis von 283 Franken, gefolgt von Genf mit 240 Franken. London ist mit 204 Franken vor Stockholm und Moskau neu die teuerste Hauptstadt Europas.
Entwicklung der Hotelpreise
| Stadt | September 2013 | Vgl. zu September 2012 | |
| 1. | New York | 283 CHF | 1 % |
| 2. | Genf | 241 CHF | 29 % |
| 3. | London | 204 CHF | 11 % |
| 4. | Basel | 193 CHF | 6 % |
| 5. | Zürich | 189 CHF | -8 % |
| 6. | Singapur | 187 CHF | -12 % |
| 7. | Paris | 180 CHF | -2 % |
| 8. | Hong Kong | 172 CHF | -3 % |
| 9. | Bern | 172 CHF | 5 % |
| 10. | Tokio | 156 CHF | -20 % |
Quelle: hotel.info