Übernahme hievt Swissquote in die Top Ten

Mit der Übernahme der MIG Bank schliesst die Online-Bank Swissquote zu den Grossen der Branche auf. Die Investoren quittieren den Deal mit Aktienkäufen.
25.09.2013 12:50
Von Frédéric Papp
Swissquote verstärkt den Devisenhandel für Retailkunden.

In der Romandie entsteht einer der grössten Devisenbrokern im Retailbereich weltweit. Am Mittwochmorgen gab die in Gland (VD) domizilierte Swissquote die Übernahme der MIG Bank mit Hauptsitz in Lausanne bekannt.

Mit diesem Deal verdreifacht Swissquote ihr Volumen im Retail-Devisenhandel – im Fachjargon auch Retail-Forex-Handel genannt. Im ersten Halbjahr wäre zusammengenommen das Volumen von 158 auf 483 Milliarden Franken angeschwollen. Aufs Jahr hochgerechnet ergäbe sich somit ein Handelsvolumen von knapp 1000 Milliarden Franken.

Dies ist im Vergleich zur Konkurrenz zwar relativ wenig. So setzte zum Beispiel die Saxo-Bank im ersten Halbjahr 2013 weltweit umgerechnet 1900 Milliarden Franken um, sagt Susanne Hagmann, Mediensprecherin von Saxo Schweiz, gegenüber cash. Die Volumen-Abstände unter den Retail-Devisenbrokern sind gross. "Dennoch sichert dieser Deal der Swissquote einen Platz unter den zehn grössten Retail-Devisen-Händlern der Welt", sagt ZKB-Analyst Andreas Brun.

Swissquote-Aktie im Steigflug

An der Börse wird die Übernahme mit deutlichen Kursavancen gefeiert. Am Mittwoch klettern die Valoren der Swissquote rund 10 Prozent auf 32,60 Franken. Letztmals notierte die Aktie im März dieses Jahres auf diesem Niveau.

Zukünftig dürfte bei Swissquote ein Grossteil des Gesamtertrages aus dem Forex-Geschäft stammen. Unter Annahme einer Marge von 70 Dollar pro Million an Handelsvolumen ergäbe sich aufs Gesamtjahr berechnet ein Ertrag von umgerechnet 42 Millionen Franken, sagt Brun. Im 1. Halbjahr hatte das Forex-Geschäft mit einem Ertrag von 22,4 Millionen Franken zu Buche geschlagen.

Haupt-Geschäftszweig ist bisher das Online-Trading mit Wertschriften, wo im ersten Semester ein Ertrag von 30 Millionen Franken anfiel. In den Quartalen waren diese Erträge allerdings durch Kundenzurückhaltung aufgrund der schlechten Börsenstimmung getrübt worden.

Laut Brun ist denn auch das Wachstumspotenzial im Wertschriftentransaktionsgeschäft beinahe ausgeschöpft und nur noch abhängig von der Anzahl der Transaktion der Kunden. Die Zukunft von Swissquote ortet der ZKB-Analyst denn auch im Forex-Handel.

Kraft für weitere Übernahmen

Swissquote hat keine Angaben zum Kaufpreis gemacht. MIG-Besitzer George Mansour, erhält fünf Prozent der Swissquote-Aktien. Dies entspricht gut 20 Millionen Franken. Dazu kommt Bargeld, wie viel wollten die Parteien aber nicht offen legen. Die Transaktion wird aber vollständig aus eigenen Mitteln finanziert, teilt die Swissquote mit.

Gemäss Managementaussagen wird die Kernkapitalquote (Tier 1), die per Ende Juni 2013 bei 22,6 Prozent lag, auch nach Abschluss der Transaktion solide 15 Prozent betragen. Die Swissquote habe somit noch Barmittel, um weitere kleinere Akquisitionen zu tätigen, so Brun.