Die Aktien von Centiel ziehen am Mittwoch im frühen Handel um 23 Prozent auf 6,00 Franken an, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,17 Prozent zulegt. Seit Jahresbeginn hat der Börsenneuling um 228 Prozent zugelegt.
Auslöser des Kursfeuerwerks ist die Mitteilung, dass Centiel mit Neo Critical Power einen mehrjährigen Vertriebsvertrag für den US-Markt unterzeichnet hat. Neo Critical Power bringt Projekterfahrung, Kundenbeziehungen, Systemintegration und Service ein, während Centiel seine Produktionskapazitäten ausbaut.
Das Rahmenabkommen mit dem US-Unternehmen eröffnet ein mögliches mittelfristiges Geschäftsvolumen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich – abhängig von Projekten, Nachfrage und Umsetzung. Laut Centiel dürfte dies zu einer deutlichen Aufwärtskorrektur der aktuellen Umsatzerwartungen führen. Eine aktualisierte Prognose will das Unternehmen mit den Halbjahreszahlen am 20. August vorlegen.
Florian Sager, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), hatte weder mit einem derart umfangreichen noch mit so frühen Vertragsabschluss gerechnet. Die ZKB war bislang davon ausgegangen, dass der Markteintritt in den USA deutlich anspruchsvoller verlaufen und Centiel zunächst mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen haben würde.
Folglich sei der Deal – wie vom Management bestätigt – in der aktuellen Guidance noch nicht reflektiert. Nun dürfte bereits 2026 zusätzlicher Umsatz im zweistelligen Millionenbereich anfallen. Damit sollte das bisherige Wachstumsziel von plus zehn Millionen Franken gemäss alter Guidance klar übertroffen werden. «Die Aktie ist mit dem 44-fachen des Gewinns pro Aktie für das laufende Jahr zwar kein Schnäppchen, aus unserer Sicht wird dies jedoch durch das dynamische Wachstum im USV-Segment und die hohe Profitabilität gerechtfertigt», so Sager von der ZKB weiter.
Die ZKB beziffert den fairen Wert auf 6,50 Franken und stuft den Titel mit «Übergewichten» ein. Das verbleibende Aufwärtspotenzial liegt bei rund 8 Prozent. Für Anlegerinnen und Anleger, die den Titel bereits im Depot halten, erscheint eine teilweise Gewinnmitnahme sinnvoll. Wer einen Neueinstieg erwägt, sollte dagegen einen Kursrücksetzer abwarten.
Gerade bei Small Caps ist es wichtig, ein Aufwärtspotenzial von minimal 20 bis 30 Prozent im Visier zu haben. Ansonsten stimmt das Risiko-/Chancen-Profil aufgrund der hohen Schwankungsanfälligkeit bei diesen kleinkapitalisierten Titeln nicht.

