UBS-Aktie steigt auf Sieben-Jahres-Hoch

Das Resultat der UBS erhält von Analysten Beifall. Operativ schlägt die Bank die Erwartungen, was bei der Aktie ein Kursfeuerwerk zündet.
05.05.2015 11:35
Von Lorenz Burkhalter
Erntet erste Früchte der strategischen Neuausrichtung: Die Grossbank UBS.
Erntet erste Früchte der strategischen Neuausrichtung: Die Grossbank UBS.
Bild: Bloomberg

Selbst unter Ausklammerung einmaliger Faktoren übertrifft die UBS die Erwartungen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015 sehr deutlich.

Sowohl der Geschäftsertrag von 8,84 Milliarden Franken als auch das Konzernergebnis von 1,98 Milliarden Franken schlagen die bei einem Geschäftsertrag von 7,62 Milliarden und einem Konzernergebnis von 1,14 Milliarden Franken liegenden Konsensschätzungen. Zu überzeugen weiss insbesondere das Kerngeschäft Wealth Management.

In der Folge steigt die UBS-Aktie an der Schweizer Börse SIX zur Stunde um 6,1 Prozent auf 20,21 Franken. Kurz zuvor kletterte sie bei 20,43 Franken auf den höchsten Stand seit Herbst 2008. Nach dem Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 20 Franken berichten Händler von aggressiven Anlage- und Deckungskäufen. Diese erklären auch die sehr regen Handelsaktivitäten.

Das Kerngeschäft weiss zu überzeugen

Der für Kepler Cheuvreux tätige Analyst schreibt, dass das Quartalsergebnis der UBS die Erwartungen regelrecht weggeblasen habe. Die Kombination aus Gewinn in Milliardenhöhe und solider Eigenkapitalbasis lasse in Zukunft eine Rückführung eines grossen Teils des Gewinns an die Aktionäre zu. Der Experte bekräftigt die Kaufempfehlung für die Aktie der UBS und nimmt das 19 Franken lautende Kursziel in positive Revision.

Positiv fällt auch das Urteil bei der Zürcher Kantonalbank aus. In einem Kommentar schreibt der Verfasser, dass das Ergebnis durchwegs sehr gut ist. Es sei egal, ob man das Zahlenset auf ausgewiesener, adjustierter oder doppelt adjustierter Basis betrachte. Ausschlaggebend sei die starke Ertragsentwicklung. Im wichtigen Wealth Management sei der Grossbank wieder eine erfreuliche Entwicklung gelungen. Der Analyst findet sowohl an der Nettoneugeldentwicklung als auch an der Entwicklung der Bruttomarge sichtlich Gefallen.

Von einem selbst nach Bereinigungen sehr starken Zahlenkranz spricht man auch bei der MainFirst Bank. Er strotze nur so von operativen Lichtblicken, insbesondere im Kerngeschäft Wealth Management, so schreibt der verantwortliche Analyst. Der Ausblick bleibe jedoch gewohnt vorsichtig abgefasst. Die Aktie der UBS wird bei der MainFirst Bank mit "Outperform" und einem Kursziel von 18,50 Franken eingestuft.

Zahlenkranz weckt Dividendenfantasien

Die UBS habe ihr Kapitalpolster in den ersten drei Monaten weiter aufgebaut, so heisst es bei der Zürcher Kantonalbank. Sobald im wichtigsten Rechtsfall im Zusammenhang mit Wechselkursmanipulationen eine Lösung gefunden werden könne, sieht er die Vorhersehbarkeit der zukünftigen Dividendenpolitik deutlich steigen. Der Analyst signalisiert bezüglich hoher Dividendenausschüttungen Zuversicht. Dennoch stuft der Aktie weiterhin nur mit "Marktgewichten" ein.

Auch sein Kollege von der Bank Vontobel bezeichnet das Quartalergebnis selbst auf bereinigter Basis als deutlich besser als erwartet. Im Wealth Management sei die Nettoneugeldentwicklung über alle Bereiche hinweg sehr stark ausgefallen und im Investment Banking habe der Handel mit Festverzinslichen, Devisen und Rohstoffen (FICC) geholfen. Beim Eigenkapital habe die UBS ihre Führung gegenüber den Erzrivalen Credit Suisse im vergangenen Quartal weiter ausgebaut. Der Analyst hält an seiner Kaufempfehlung für die Aktie fest und nimmt das Kursziel von 20 Franken in positive Revision.