Die UBS anerkennt die Arbeit der zuständigen Ständeratskommission mit Blick auf neue Kapitalvorgaben für die Grossbank, äussert sich aber zum konkreten Antrag negativ. Dieser würde zu einem erheblichen Kostenanstieg führen.
Die Empfehlungen der WAK-S würden die Bank dazu verpflichten, bei der UBS AG zusätzliches Tier-1-Kapital in Höhe von rund 13 Milliarden US-Dollar aufzubauen, das mit AT1-Kapital gedeckt werden könnte, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Dies käme zu den zusätzlichen 2 Milliarden an CET1-Kapital hinzu, welche die AG wegen der vom Bundesrat angekündigten Änderungen auf Verordnungsstufe halten muss.
Darüber hinaus müsse die UBS seit der Übernahme der Credit Suisse wie bereits bekannt zusätzliches CET1-Kapital in Höhe von rund 15 Milliarden US-Dollar gemäss den geltenden Vorschriften halten. Insgesamt müsste die Grossbank damit wegen der CS-Übernahme rund 30 Milliarden Dollar an zusätzlichem Tier-1-Kapital aufbauen, so die UBS. Gleichzeitig dürften aber die Anfang dieses Jahres angekündigten Änderungen auf Verordnungsstufe auf konsolidierter Konzernebene zu einer Entlastung von 4 Milliarden an CET1-Kapital führen.
Am Vorabend war bekannt geworden, dass die Wirtschaftskommission des Ständerats eine Unterlegung der UBS-Auslandstöchter zu 50 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) und zu 50 Prozent mit AT1-Anleihen beantragt. Der Bundesrat hatte im Nachgang des CS-Debakels eine vollständige CET1-Unterlegung vorgeschlagen. Dafür schätzte die UBS den zusätzlichen Aufwand in der Vergangenheit auf rund 20 Milliarden Dollar CET1-Kapital. Aktuell gilt: 45 Prozent CET1 plus 15 Prozent AT1.
Die Kommission habe bei der Ausarbeitung ihrer Empfehlungen wichtige Fakten und Zusammenhänge berücksichtigt, schreibt die UBS weiter. Zusammen mit einer Vielzahl weiterer regulatorischer Massnahmen würden die Empfehlungen die Finanzierungskosten für den Schweizer Finanzplatz und die Schweizer Wirtschaft jedoch weiter erhöhen - und das in einem internationalen Umfeld, in dem andere bedeutende Finanzplätze ihre regulatorischen Rahmenbedingungen für Banken vereinfachen und straffen würden.
(AWP)

