Die Bank sei zwar bereit, gewisse Verschärfungen zu akzeptieren, sagte Ermotti in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Die Vorschläge der Regierung zur Absicherung von Auslandstöchtern gingen jedoch zu weit. «Mit einem blauen Auge können wir leben, aber zwei blaue Augen und eine gebrochene Nase sind zu viel», erklärte der Manager mit Blick auf das voraussichtlich am kommenden Mittwoch anstehende Votum der kleinen Kammer (Ständerat).
Im Zentrum des Streits steht die Frage, wie stark ausländische Tochtergesellschaften mit Eigenkapital unterlegt werden müssen. Die Regierung in Bern fordert eine Unterlegung von 100 Prozent mit hartem Kernkapital. Die Wirtschaftskommission des Ständerats schlug dagegen eine mildere Regelung vor, die eine hälftige Aufteilung zwischen hartem Kernkapital und günstigeren AT1-Anleihen vorsieht. Dies würde die UBS mit 13 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kernkapital belasten. Das sei für die Bank zwar schmerzhaft, aber verkraftbar, sagte Ermotti. In der Debatte am Donnerstag hatte zudem ein für die UBS wesentlich teurerer Vorschlag für eine 90-prozentige Unterlegung mit Kernkapital viel Zuspruch erhalten.
Eine Unterlegung der Auslandstöchter mit 90 oder 100 Prozent hartem Kernkapital wäre für die UBS der schlimmstmögliche Ausgang, so Ermotti. «Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die zusätzlichen Kosten nur von den Aktionären getragen werden», warnte der UBS-Chef. Zudem wären auch Kunden und Mitarbeiter betroffen. Die Bank müsse alles tun, um eine vergleichbare Rendite wie die Konkurrenz zu erwirtschaften, da man im Wettbewerb um Kunden und Kapital stehe.
Die politische Diskussion über schärfere Regeln war durch den Zusammenbruch der Credit Suisse im März 2023 und deren anschliessende Notübernahme durch die UBS ausgelöst worden. Ermotti wies den Aufsichtsbehörden eine Mitschuld am Untergang der Credit Suisse zu. Die Finanzmarktaufsicht Finma und die Schweizerische Nationalbank (SNB) seien mitverantwortlich für die damaligen Entwicklungen, sagte er.
(Reuters)

