UBS rät Pensionskassen zu mehr Risiko

Die Konsequenzen der Negativzinsen sind für viele Pensionskassen dramatisch, so die UBS. Für die Grossbank steht fest: Es bedarf kurz- bis mittelfristigen Anpassungen im Anlageverhalten.
08.04.2015 08:49
Von Lorenz Burkhalter
Die von der SNB eingeführten Negativzinsen sorgen bei der beruflichen Vorsorge für Kollateralschäden.

Institutionelle Kunden wie Versicherungen oder Pensionskassen sind bei der UBS im Asset Management angesiedelt. Aus diesem Bereich der Grossbank stammt auch eine umfangreiche Studie zum Thema "Negative Zinsen in der Schweiz - wie weiter?".

Die Studienverfasser berichten von dramatischen Folgen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) eingeführten Negativzinsen für viele institutionelle Anleger. Betroffen seien vor allem diejenigen unter ihnen, welche sich auf steigende Zinsen eingestellt und den passiven Teil der Bilanz nicht abgesichert hätten.

Trotz historisch tiefen Zinsen haben langfristige sogenannte Asset-Liability-Überlegungen ihre Bedeutung den Experten zufolge keinesfalls verloren. Damit ist ein vernünftiges Verhältnis zwischen den anlageseitigen Risiken und den zukünftigen Verpflichtungen gemeint. Kurz- bis mittelfristige Anpassungen im Anlageverhalten scheinen ihnen dennoch sinnvoll.

Es sei klar, dass der regulatorische Rahmen kein komplettes Umwälzen des Gesamtportfolios ermögliche. Jedoch sollten sich institutionelle Investoren durchaus Gedanken machen, ob die zulässigen Investitionsbandbreiten gerade jetzt nicht umfassender genutzt werden könnten und sollten, so die Studienverfasser. Mit anderen Worten: Die UBS rät Versicherungen und Pensionskassen zu mehr Risiko.

UBS sieht Anlagealternativen im Tiefzinsumfeld

Grundsätzlich werde den Anlegern nichts geschenkt. Der Zielkonflikt zwischen Rendite, Risiko und Liquidität müsse deshalb stets beachtet werden. Wenn die als risikoarm geltenden Schweizer Staatsanleihen verkauft würden, um andere Anlageklassen zu favorisieren, müsse ein erhöhtes Risiko einkalkuliert werden.

Bei den Obligationen bieten sich gemäss UBS Unternehmensanleihen als Alternative an. Doch auch andere Anlageklassen wie dividendenstarke Aktien, Immobilien- oder Infrastrukturanlagen werden als Möglichkeiten genannt, um höhere Renditen erzielen zu können.

Durch die ultralockere Zins- und Geldpolitik führender Zentralbanken und der von der SNB eingeführten Negativzinsen werden institutionelle Anleger geradezu zu mehr Risiko genötigt. Das wiederum birgt allerdings auch Gefahren. Denn längst nicht alle Versicherungen und Pensionskassen verfügen über die dazu nötige Risikofähigkeit. Die Stiftungsräte und Anlageausschüsse bleiben deshalb auch weiterhin gefordert, was den Zielkonflikt zwischen Rendite, Risiko und Liquidität anbetrifft.