Der Winterthurer Automobilzulieferer Autoneum fällt am Donnerstagvormittag an der Börse deutlich zurück. Die Aktie notiert 4,21 Prozent tiefer bei 109,20 Franken. Anfang Jahr wurden die Titel noch zu 172 Franken gehandelt. Seither haben sie mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren. 

Das Minus am heutigen Donnerstag folgt auf eine Kurszielsenkung durch den zuständigen Analysten der UBS. Er geht auf 120 von 170 Franken zurück, das Rating belässt er auf «Neutral». Mit dieser aktuellen Einschätzung wird der UBS-Spezialist noch einmal ein Stück skeptischer gegenüber Autoneum, als er es bislang gewesen war.

Denn ab Oktober 2024 stufte der Analyst den Winterthurer Konzern mit «Buy» (zuvor: «Neutral») ein und hob die Kurszielprognose zunächst von 170 auf 190 Franken an. Im vergangenen Januar kam dann der Schnitt: Das Rating wurde auf «Neutral» zurückgesetzt, woraufhin die Aktie innert zweier Handelstage rund 10 Prozent an Wert einbüsste. Ob die Valoren über den momentanen Rücksetzer hinaus auch nach dem aktuellen Negativkommentar der UBS derart stark fallen, wird sich zeigen.

Dass die Autoneum-Aktien auf gut 110 Franken und damit deutlich unter das Zwischenhoch von Anfang Jahr gefallen sind, liegt auch am Verfall der Aktie nach den Umsatzzahlen zum Geschäftsjahr 2025. Der Konzernumsatz lag rund 3 Prozent unter den Analystenerwartungen; organisch war das Unternehmen um 4,1 Prozent und damit stärker geschrumpft, als die Experten es zuvor angenommen hatten.

Allerdings sind die Valoren mittlerweile schon unter den Marktkonsens gefallen. Die von Bloomberg erfassten Analysten trauen den Titeln nicht weniger als 134,68 Franken zu. Daraus errechnet sich ein Gewinnpotenzial von 18 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch. Verkaufsempfehlungen gibt es keine; fünf Experten vergeben ein «Hold»-Rating, zwei sind für «Buy».

Zu den Optimisten zählt zudem der zuständige Experte der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Walter Bamert, der den Autoteilehersteller mit «Übergewichten» einstuft und den fairen Wert je Aktie bei 156 Franken veranschlagt. «Autoneum hält sich in einem schwierigen Marktumfeld gut und die disziplinierte Akquisitionsstrategie bewährt sich», notierte Bamert Ende Juni in seinem Ausblick auf die Halbjahreszahlen 2026. Diese wird das Management um CEO Eelco Spoelder am 29. Juli vorstellen. Spätestens dann wird auch die Aktie erneut Impulse nach oben oder nach unten erhalten.

Reto Zanettin
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