Vor wenigen Tagen hat ein Mitglied der UBS-Geschäftsleitung 50'000 Aktien des von ihm geleiteten Geldinstituts abgestossen. Das Aktienpaket hatte einen Wert von knapp 2,2 Millionen Franken, wie der Datenbank der Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation (SER) hervorgeht.
Die Gründe für den Verkauf sind nicht bekannt - die UBS und ihre Top-Führungskräfte müssen sie auch nicht offenlegen. Gängige Erklärungen reichen von Gewinnmitnahmen und Liquiditätsbedarf für private Projekte bis hin zur Vermutung, dass das Management pessimistisch auf die weitere Entwicklung von Aktienkurs und Geschäftsentwicklung blickt.
Die UBS-Aktie hat in diesem Jahr fast 20 Prozent zugelegt und befindet sich auf dem höchsten Stand seit dem Jahreswechsel 2007/2008.
Pessimismus ist im Fall der UBS nicht wahrscheinlich – oder müsste überraschen: Die Bank hat mit dem Zweitquartalsergebnis die Erwartungen übertroffen und sich zuversichtlich geäussert. Man habe die Bilanz weiter gestärkt und könne so «weiterhin finanzielle Ressourcen für profitable Wachstumschancen einsetzen», hiess es in der Medienmitteilung zum Quartalsbericht. Man sei auch gut aufgestellt, um das Renditeziel für 2026 auf Exit-Rate-Basis zu übertreffen.
Derweil geht das Ringen um die Kapitalvorschriften weiter. Das Parlament arbeitet an einem Kompromissvorschlag, der einerseits die Steuerzahler vor einer weiteren Bankenkrise schützt, andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der UBS wahrt. Die Arbeiten an diesen vermittelnden Regeln zur Kapitalausstattung der Grossbank gehen nächste Woche weiter.
Management-Verkäufe in Millionenhöhe kommen bei der UBS immer wieder vor, wie zwei Beispiele zeigen: Anfang August wechselte ein Aktienpaket von fast 3,5 Millionen Franken den Besitzer, im Mai trennte sich ein Mitglied der Geschäftsleitung von UBS-Aktien im Wert von 6,6 Millionen Franken.
Einen direkten Einfluss auf den Aktienkurs haben solche Veräusserungen nicht. Denn selbst millionenschwere Transaktionen machen nur ein paar Tausendstelprozent des UBS-Marktkapitals aus. Nicht ausgeschlossen ist hingegen eine Signalwirkung auf andere Anlegerinnen und Anleger.

