UBS und CS buhlen um Twitter-Börsengang

Die mit dem Börsengang des Kurzinformationsdienstes Twitter betrauten Banken müssen mit dem spitzen Bleistift rechnen. Auch die beiden Schweizer Grossbanken bringen sich als Konsortialbanken ins Gespräch.
15.10.2013 09:12
Von Lorenz Burkhalter
Twitter lässt beim Börsengang die Muskeln spielen. Für die Banken verkommt die Publikumsöffnung deshalb immer mehr zur Prestigefrage.
Twitter lässt beim Börsengang die Muskeln spielen. Für die Banken verkommt die Publikumsöffnung deshalb immer mehr zur Prestigefrage.
Bild: Bloomberg

Es könnte der Börsengang des Jahres werden: Der Informationsdienst Twitter will sich in den kommenden Wochen dem Publikum öffnen. Ursprünglich wurde Goldman Sachs mit dem Börsengang betraut. Später holte sich Twitter die Hilfe von Morgan Stanley und JP Morgan Chase und damit von zwei weiteren Branchengrössen. Abgerundet wird das Triumvirat durch Bank of America Merrill Lynch und Deutsche Bank.

Die beiden Schweizer Grossbanken sucht man auf dieser Liste bisher vergebens, obschon sowohl die UBS als auch die Credit Suisse in Bankenkreisen ebenfalls zu den führenden Experten für Börsengänge zählen. Gemäss Recherchen des «Wall Street Journals» buhlen die Schweizer Grossbanken allerdings ebenfalls um eine Rolle bei der geplanten Publikumsöffnung von Twitter.

In erster Linie eine Frage des Prestiges

Ob UBS und Credit Suisse doch noch zum Zuge kommen, bleibt vorerst unklar. Sicher ist allerdings, dass Twitter beim Börsengang die Muskeln spielen lässt. So will das amerikanische Wirtschaftsblatt wissen, dass das Bankenkonsortium nur gerade 3,25 Prozent des Ausgabepreises erhält. Mit Ausnahme der Publikumsöffnung von Facebook im vergangenen Jahr gehöre dieser Ansatz zu den Tiefsten in der Geschichte von Börsengängen amerikanischer Technologiefirmen überhaupt. Darüber hinaus habe sich Twitter bei den Konsortialbanken einen Kreditrahmen zu Vorzugskonditionen gesichert, so heisst es unter Berufung auf gut informierte Quellen. Für die Banken ist der Börsengang des Unternehmens vor allem eines: Eine Prestigefrage.

Insbesondere in Übersee kommen UBS und Credit Suisse bei grossen Kapitalmarkttransaktionen immer seltener zum Zuge. Erst im vergangenen Monat ging die bis anhin grösste Anleihensemission in der Geschichte ohne die beiden Schweizer Grossbanken über die Bühne, als sich Verizon bei Investoren rund 50 Milliarden Dollar lieh. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass UBS und Credit Suisse in der zweiten Jahreshälfte in den Ranglisten für Börsengänge und Anleihensemissionen gegenüber anderen Mitbewerbern zurückfallen werden.