Ukraine-Affäre - Trump gerät bei Ukraine-Frage in Rage

Unter dem Druck eines drohenden Impeachments schlägt US-Präsident Donald Trump immer schärfere Töne an. Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus reagierte er am Mittwoch ungehalten auf Fragen zur Ukraine-Affäre.
03.10.2019 10:12
US-Präsident Donald Trump attackierte einen Reporter wegen seiner Fragen zur Ukraine-Affäre.
US-Präsident Donald Trump attackierte einen Reporter wegen seiner Fragen zur Ukraine-Affäre.
Bild: Screenshot Youtube

"Das ist ein einziger Schwindel", sagte Trump und erhob schwere Vorwürfe gegen die Presse. Es handele sich um eine einzige Falschmeldung, die die "Fake-News-Medien" der USA verbreiteten. Trump wurde laut, zeigte mit dem Finger auf den Reporter und ermahnte ihn nach dessen wiederholter Frage, nicht "unhöflich" zu sein und bitte dem ebenfalls anwesenden finnischen Präsidenten Sauli Niinisto eine Frage zu stellen (Video, siehe unten). Eine Stellungnahme zu seinem Verhalten gegenüber der Regierung in Kiew blieb er zunächst schuldig. Dann deutete er an, in der Ukraine habe er gegen Korruption vorgehen wollen. Alle Vorwürfe in der Affäre hat er zurückgewiesen.

Telefonat mit Ukraine-Präsident

Im Mittelpunkt steht ein Telefonat Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, in dem Trump seinen Amtskollegen zu Ermittlungen gegen seinen innenpolitischen Rivalen Joe Biden ermutigte. Ein Whistleblower hatte auf das Gespräch des republikanischen Präsidenten aufmerksam gemacht, was die Demokraten zum Anlass für die Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens genommen haben. Trump wirft Biden vor, Ermittlungen gegen ein ukrainisches Unternehmen mit Geschäftsverbindungen zu seinem Sohn Hunter behindert zu haben. Beweise blieb Trump schuldig. Joe Biden hat Umfragen zufolge die besten Chancen, bei den Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2020 aufgestellt zu werden.

 

Auf die jüngste Verbalattacke Trumps, in der er Biden als "eiskalt betrügerisch" bezeichnete, reagierte Biden kämpferisch. "Lassen Sie mich Trump und seinen Männern fürs Grobe eines klarmachen", sagte er laut vorab veröffentlichtem Redetext bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Nevada. "Sie werden mich nicht zerstören, und Sie werden meine Familie nicht zerstören." Er werde nicht verschwinden, egal wie schmutzig die Angriffe würden und wie viel Geld die Lobby hinter Trump dafür ausgebe. 

(Reuters/cash)