Nach Angaben des Moskauer ⁠Bürgermeisters Sergej Sobjanin wurden allein über der Hauptstadtregion 180 Drohnen abgeschossen. Insgesamt soll die Ukraine 620 Drohnen eingesetzt haben. Auch auf der ‌von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim kam es nach Angriffen zu Stromausfällen. Unterdessen ‌drohte die russische Regierung Grossbritannien mit Konsequenzen wegen ​der mutmasslichen Lieferung von Drohnen, die für Schläge gegen russisches Territorium genutzt worden seien.

Bei den Attacken in der Region Moskau wurden dem Gouverneur Andrej Worobjow zufolge mindestens drei Menschen verletzt, darunter ein zehnjähriges Mädchen. Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne trafen zudem ein Lagerhaus des russischen Online-Händlers Wildberries. Das Unternehmen teilte mit, eine Wand sei leicht ‌beschädigt worden.

Auf der Krim meldete der grösste Energieversorger Krymenergo Stromausfälle in mehreren Ortschaften im Süden der Halbinsel. Die Versorgungslage im Nordwesten, Osten und Südteil der Region bleibe schwierig. Die Ukraine setzt zunehmend Drohnen mit grosser Reichweite ​ein, um Öllogistik und militärische Infrastruktur in Russland zu attackieren, was dort bereits zu ​Engpässen geführt hat.

Angesichts der jüngsten Ereignisse drohte die ​russische Botschaft in London Grossbritannien mit Vergeltungsmassnahmen. Das britische Vorgehen werde unweigerlich Konsequenzen nach sich ziehen, für die sich das Land verantworten ‌müsse, hiess es in einer Erklärung der Botschaft auf Telegram.

Je tiefer die Beteiligung an dem Konflikt sei, desto höher werde der Preis sein. Die Botschaft reagierte damit auf einen Bericht der britischen Zeitung «Times» vom Samstag, wonach ​erstmals in Grossbritannien ​hergestellte Drohnen für Schläge tief im russischen Hinterland eingesetzt ⁠worden seien.

Der britische Premierminister Andy Burnham betonte am Dienstag, sein ​Land werde die Ukraine weiterhin ⁠uneingeschränkt unterstützen. «Wir leisten Unterstützung, damit sich die Ukraine verteidigen kann, und das war während dieses gesamten Konflikts die ‌Position früherer Premierminister, und das gilt auch für mich», sagte Burnham vor Journalisten.

Grossbritannien sei kein Schönwetterfreund und werde der Ukraine in ihrer Stunde der Not beistehen. Ein Sprecher des ‌britischen Verteidigungsministeriums bestätigte den Einsatz britischer Drohnen auf russischem Gebiet zwar nicht, verwies jedoch ​auf die zugesagte Hilfe.

London hatte im Juni angekündigt, der Ukraine bis Ende 2026 rund 150'000 Drohnen im Rahmen eines Hilfspakets im Wert von 752 Millionen Pfund zur Verfügung zu stellen.

(Reuters)