Unterhaltungselektronik - Analysten: Logitech stapelt selbst mit den neuen Jahresvorgaben noch zu tief – Aktie im Hoch

Das Quartalergebnis von Logitech zeigt: Die Angst vor einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft war völlig unbegründet. Die Lausanner erhöhen gar ihre Jahresvorgaben. Und selbst diese gelten noch als konservativ.
25.01.2022 10:31
Von Lorenz Burkhalter
CEO (Logitech (Sept. 2016)
CEO (Logitech (Sept. 2016)
Bild: ZVG

Der Kurs der Logitech-Aktie ist alleine in den letzten zwei Handelstagen um mehr als 11 Prozent gefallen. Das macht den Unterhaltungselektronikhersteller aus Lausanne zu einem der Schlusslichter aus dem Swiss Market Index (SMI) in diesem Jahr.

Allerdings winkt der Aktie nun eine kräftige Kurserholung, erweist sich die Angst vor einem enttäuschenden Weihnachtsquartal doch als völlig unbegründet. Bei einem Quartalsumsatz von 1,63 Milliarden Dollar bleibt unter dem Strich ein Reingewinn von 263 Millionen Dollar hängen. Das liegt nicht nur über den von Analysten erwarteten 1,43 Milliarden Dollar und 196 Millionen Dollar, sondern stellt selbst die kühnsten Schätzungen in den Schatten.

Das erfreuliche Abschneiden im Weihnachtsgeschäft erlaubt es den Lausannern, die Vorgaben für das Gesamtjahr anzuheben. Neuerdings geht das Unternehmen von einem Umsatzwachstum zwischen 2 und 5 Prozent (bisher: plus/minus 5 Prozent) und einem operativen Gewinn (EBIT) in Höhe von 850 bis 900 Millionen Dollar aus.

Gaming-Zubehör geht weg wie warme Semmeln

Davon gehen positive Impulse für die Logitech-Aktie aus. Nach einem frühen Vorstoss bis auf 73,94 Franken gewinnt diese zur Stunde noch knapp 11 Prozent auf 73,50 Franken.

Wie die UBS in einem Kommentar schreibt, liegt vor allem der Absatz mit Gaming-Zubehör weit über den Erwartungen. Doch auch im Geschäft mit Tastaturen habe das Unternehmen im Weihnachtsgeschäft überraschend gut abgeschnitten. Die neuen Jahresvorgaben hält die Grossbank indes für konservativ. Auf das Schlussquartal bezogen entsprächen die überarbeiteten Vorgaben nämlich einem Umsatzrückgang gegenüber dem vierten Quartal letzten Jahres um bis zu 28 Prozent. Ausserdem lässt sich ein operativer Gewinn (EBIT) von rund 127 Millionen Dollar ableiten, was unter den von Analysten bisher erwarteten 138 Millionen Dollar liegen würde.

Beobachter gehen deshalb davon aus, dass Logitech absichtlich tiefstapelt. Die UBS sieht bei den Markterwartungen für das Gesamtjahr Raum für Gewinnschätzungserhöhungen im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich. Sie stuft wie Logitech-Aktie wie bis anhin mit "Neutral" und einem 12-Monats-Kursziel von 81 Franken ein.

Marktanteilsgewinne dank vorausschauender Lagerbewirtschaftung

Auch Vontobel gewinnt dem vorliegenden Quartalsabschluss vorwiegend positive Aspekte ab. Das wichtige Quartal habe gezeigt, dass Logitech dank einer hohen Umsetzungsfähigkeit und Disziplin in einem herausfordernden und dynamischen Marktumfeld das Umsatzwachstum afu einem sehr hohen Niveau halten kann, so die Zürcher Bank. Sie fühlt sich in ihrer Kaufempfehlung bestätigt und veranschlagt ein Kursziel von 147 Franken.

Für Gesprächsstoff sorgt in Expertenkreisen der Rückgang beim operativen Cashflow um 29 Prozent gegenüber dem Rekordwert aus dem Vorjahr.  Die Zürcher Kantonalbank erklärt sich diesen Rückgang mit der höheren Lagerhaltung Logitechs, um Problemen entlang der Lieferketten zu begegnen. Dank hohen Lagern und der dadurch hohen Lieferfähigkeit habe das Unternehmen im Weihnachtsgeschäft Marktanteile hinzugewonnen, so die Zürcher Kantonalbank weiter. Sie hält die Aktie für attraktiv bewertet und preist sie mit einem DCF-Wert von 116 Franken mit "Übergewichten" an.

 
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