Im Juni wurden 209'000 neue Jobs ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen, wie die Regierung in Washington am Freitag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Plus von 225'000 gerechnet. 

Im Gegensatz zu den am Donnerstag präsentierten, sehr robusten Daten fällt die Zahl leicht enttäuschend aus. Die Privatwirtschaft in den USA hat im Juni unerwartet viele neue Stellen geschaffen und damit trotz gestiegener Zinsen eine robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt signalisiert, wie der Arbeitsmarktdienstleister ADP am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Beschäftigung um 497'000. Dies ist der stärkste Zuwachs seit Februar 2022. 

Die Ökonomen von Goldman Sachs hielten zu den Zahlen von gestern bereits fest: "Wir vermuten, dass eine Verzerrung der saisonalen ADP-Faktoren zu diesen starken Zahlen beigetragen haben. Deshalb halten wir an unserer Prognose für die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft vor der heutigen Veröffentlichung unverändert bei 250'000 neuen Stellen belassen.“ Damit lag der heute veröffentlichte Wert 10 Prozent unter den Erwartungen.

Gegenüber Reuters hielten weiter zwei Ökonomen fest: 

Ralf Umlauf, Helaba: "US-Arbeitsmarkt kann hochgesteckte Erwartungen nicht erfüllen. Trotz der enttäuschenden Zahl der neu geschaffenen Stellen ist eine echte Abkühlung des Arbeitsmarktes noch nicht zu konstatieren. Der Beschäftigungsaufbau ist weiterhin solide und die Arbeitslosenquote niedrig, während die Lohnsteigerungen ansehnlich sind und die Jahresrate dabei sogar zugelegt hat. Die Fed wird daher an der avisierten Zinserhöhung Ende des Monats festhalten und sich darüber hinaus alle Optionen in Abhängigkeit der Datenentwicklung offenhalten."

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Hauck Aufhäuser Lampe: "Der Arbeitsmarkt zeigt sich in Gänze weiter robust. Nach wie vor kräftig ist das Wachstum der Stundenlöhne. Die Fed dürfte das weiter in Richtung einer Zinserhöhung schubsen. Neuer Spielraum ist hierfür auch durch zuletzt günstig ausgefallene Konjunkturdaten entstanden. Aus der Zinserhöhungsneigung der Fed wird Ende Juli daher wohl mehr werden. Auch wegen der hohen Kerninflation scheint ein kleiner Zinsschritt vorgezeichnet."

Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote steht bei 3,6 Prozent gegenüber der Konsenserwartung von 3,5 Prozent.

(cash)