Die US-Dienstleister haben ihr Wachstumstempo im August überraschend kräftig gesteigert. Der Einkaufsmanagerindex für die Serviceunternehmen legte im August auf ‌55,4 ⁠Punkte von 54,1 Zählern im Vormonat zu, wie aus der am ⁠Donnerstag veröffentlichten monatlichen Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Je weiter das Barometer ‌über der Schwelle von 50 Punkten liegt, ‌desto mehr Wachstum signalisiert es. Von ​Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg auf 54,2 Punkte gerechnet.

«Mit Blick auf den Arbeitsmarktbericht, der am Freitag mit Spannung erwartet wird, sei auf den Beschäftigungssubindex verwiesen: Dieser ist leicht gestiegen, bleibt ‌aber unterhalb der Expansionsschwelle», erläuterte Helaba-Experte Ulrich Wortberg ISM-Zahlen zur Stellenentwicklung im Servicesektor. Für den Arbeitsmarktreport der US-Regierung erwarten Ökonomen ein Stellenplus von 56.000 im ​August, nach einem überraschenden Rückgang um 23.000 im Juli.

Die ​US-Notenbank Federal Reserve hat diese ​Kennzahlen genau im Blick, da sie für Vollbeschäftigung und auch für stabile Preise sorgen soll. ‌Sie hat den Leitzins zuletzt im Zielkorridor von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Fed-Direktoriumsmitglied Christopher Waller macht sein Abstimmungsverhalten bei der nächsten Zinssitzung Mitte ​September ​von frisch hereinkommenden Inflationsdaten abhängig. ⁠Sollten weitere Fortschritte in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels der ​Federal Reserve erkennbar sein, ⁠sei er für eine weitere Zinspause, sagte er im 'Reuters Next Newsmaker'-Interview.

Händler ‌sahen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank danach bei etwa 54 Prozent, gegenüber etwa 62 Prozent vor Wallers Aussagen. ‌Die Wetten auf steigende Zinsen hatten an den Terminmärkten ​stark zugenommen - auch weil Fed-Chef Kevin Warsh Sorge über die hartnäckig hohe Inflation geäussert hatte.

(Reuters)