Die Umsätze der US-Einzelhändler schrumpften um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet. Im Juni waren die Einnahmen noch um 0,2 Prozent gestiegen.
Für den Rückgang machten Experten mehrere Faktoren verantwortlich. Die grosszügigen Steuerrückerstattungen, die den Konsum im zweiten Quartal gestützt hatten, sind den Ökonomen zufolge nun aufgebraucht. Zudem machte sich ein Sondereffekt bemerkbar: Der Online-Händler Amazon hatte seine Rabattaktion «Prime Day» von Juli auf Juni vorgezogen, was die Umsätze im Vormonat gestützt hatte. Gleichzeitig drückten gesunkene Benzinpreise die Einnahmen an den Tankstellen. Auch die Autohersteller meldeten schwächere Verkaufszahlen.
Ein genauerer Blick auf die Daten belegt die Schwäche im Juli: Die um schwankungsanfällige Posten wie Autoverkäufe und Benzin bereinigten Kernumsätze, ein wichtiger Indikator für das Bruttoinlandsprodukt, sanken um 0,4 Prozent. Der private Konsum ist der wichtigste Wachstumstreiber für die US-Wirtschaft und macht mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus.
Volkswirte gehen jedoch davon aus, dass die Schwäche nur vorübergehend ist. Sie verweisen auf die anhaltende Rally am Aktienmarkt, die das Vermögen der Haushalte steigert und den Konsum stützen dürfte. Es gebe zunehmend Hinweise darauf, dass vor allem einkommensstarke und ältere Haushalte ihre Vermögensgewinne für den Konsum nutzen, hiess es in einer Analyse der Bank PNC Financial.
(Reuters)

