In der US-Privatwirtschaft kamen im August insgesamt nur 38'000 Jobs hinzu, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Unternehmensumfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten ein Plus von 48'000 Stellen erwartet, nach revidiert 46'000 im Juli. In den Bereichen Industrie, freiberufliche Dienstleistungen und Information wurden Arbeitsplätze abgebaut. Demgegenüber verzeichneten das Bildungs- und Gesundheitswesen, das Bau- sowie das Gastgewerbe und die Freizeitbranche solide Einstellungszahlen.
Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung an, der neben den Jobs in der Privatwirtschaft auch die Stellenentwicklung im Staatssektor umfasst. Für den Job-Report erwarten Ökonomen ein Stellenplus von 56'000, nachdem im Juli überraschend 23'000 Arbeitsplätze weggefallen waren. Die US-Notenbank Federal Reserve achtet genau auf diese Daten, da sie für Vollbeschäftigung und überdies für stabile Preise sorgen soll. Sie hat den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Jüngst hat Notenbankchef Kevin Warsh allerdings einen möglichen Handlungsbedarf bei anhaltend hoher Inflation angedeutet.
In eine ähnliche Richtung gingen Äusserungen von Direktoriumsmitglied Michael Barr. Er verwies jüngst darauf, dass die Teuerung bereits seit über fünf Jahren über dem Zielwert der Notenbank von 2,0 Prozent liege. Mit Blick auf den Mitte des Monats anstehenden Zinsentscheid erklärte Barr: «Wenn sich abzeichnet, dass die Inflation nicht ausreichend nachlässt, sollten wir meiner Ansicht nach entschlossen handeln und die Zinsen anheben.»
(Reuters)

