Im US-Rechtsstreit über den Unkrautvernichter Glyphosat hat das zuständige Gericht im Bundesstaat Missouri die Anhörung zur endgültigen Genehmigung eines milliardenschweren Sammelvergleichs von Bayer verschoben. Der Termin sei auf den 14. September verlegt worden, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Damit sei einem gemeinsamen Antrag des Unternehmens und der Klägerseite stattgegeben worden. Der Beschluss sei positiv, da die Parteien nun rund drei Wochen mehr Zeit hätten, um Anträge auf Widerruf von Ausstiegserklärungen zu bearbeiten, erklärte der Konzern. Zudem könne die Gültigkeit einiger dieser sogenannten Opt-outs im Vorfeld geklärt werden. Das Unternehmen zeigte sich weiterhin überzeugt, dass die Vereinbarung fair sei und richterlich genehmigt werden sollte.
Die Widerrufsanträge waren nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA eingegangen. Der Supreme Court hatte Ende Juni geurteilt, dass Kläger das Unternehmen nicht wegen eines fehlenden Krebswarnhinweises auf dem Etikett des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup verklagen können. Bayer hatte den Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar im Februar auf den Weg gebracht, um den Grossteil der anhängigen sowie mögliche künftige Klagen in den USA beizulegen. Die Klagewelle, die sich die Leverkusener 2018 mit der 63 Milliarden Dollar teuren Übernahme des US-Saatgutentwicklers Monsanto eingehandelt hatten, belastet den Konzern seit Jahren.
(Reuters)

