Die Zinsen für die gängigsten Hypotheken in den USA sind auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren gestiegen und erschweren vielen Amerikanern den Hauskauf. Der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek sprang in der vergangenen Woche auf 7,49 Prozent, wie der Hypothekenbankenverband MBA am Mittwoch mitteilte. Ein höherer Wert wurde zuletzt im November 2023 verzeichnet. Als direkte Folge fielen die Anträge auf Hypothekendarlehen im Vergleich zur Vorwoche um 4,2 Prozent. «Nur sehr wenige Hausbesitzer haben bei diesen Zinssätzen einen Anreiz zur Umschuldung», sagte der stellvertretende MBA-Chefvolkswirt Joel Kan. «Der sprunghafte Anstieg der Kreditkosten hat viele potenzielle Käufer vom Markt verdrängt.»
Die Entwicklung setzt Präsident Donald Trump vier Wochen vor den Kongresswahlen am 3. November politisch unter Druck. Einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Instituts Ipsos zufolge sind die Lebenshaltungskosten das wichtigste Thema für die Wähler. Die hohen Kosten gelten als ein Grund für die historisch niedrige Zustimmungsrate von 32 Prozent für Trump.
Angetrieben werden die Hypothekenzinsen von den Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, die zu Wochenbeginn den höchsten Stand seit 24 Jahren erreichten. Als Gründe gelten Sorgen über den wachsenden Inflationsdruck durch steigende Ölpreise und Konjunkturdaten, die auf ein stärkeres US-Wirtschaftswachstum hindeuten. Das könnte der Notenbank Fed den Weg zu höheren Leitzinsen ebnen.
Seit Beginn der gemeinsamen Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar sind die Hypothekenzinsen um rund 1,4 Prozentpunkte gestiegen. Auch die Inflation zieht an und lag im August bei 3,4 Prozent, deutlich über dem Zielwert der Notenbank Fed von zwei Prozent. Diese hat nach ihrer Zinserhöhung im September einen weiteren Schritt bis zum Jahresende signalisiert. An den Märkten wird jedoch nicht mit einer Anhebung bei der nächsten Sitzung Ende Oktober gerechnet.
(Reuters)

