US-Notenbank will Zinswende fortzsetzen

Die Zeichen in den USA stehen weiter auf Zinswende. Darauf deuten Äusserungen der Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank Fed, Janet Yellen, vom Mittwochabend in San Francisco hin.
18.01.2017 21:44
Die Fed in Washington.
Die Fed in Washington.
Bild: Bloomberg

Darauf deuten Äusserungen der Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank Fed, Janet Yellen, vom Mittwochabend in San Francisco hin. Wie viele ihrer Kollegen im geldpolitischen Ausschuss erwarte sie, dass der US-Leitzins "ein paar Mal" pro Jahr angehoben werde. Ende 2019 dürfte der Leitzins auf seinem gegenwärtig geschätzten Gleichgewichtsniveau (neutraler Zins) von drei Prozent angekommen sein, sagte Yellen.

"Da sich die Wirtschaft unseren Zielen nähert, ist es sinnvoll, das Niveau der geldpolitischen Unterstützung graduell zu reduzieren", sagte die Fed-Vorsitzende. Sie warnte sowohl davor, die Geldpolitik zu lange locker zu halten, als auch davor, die Geldpolitik zu schnell zu straffen. Eine konkrete Zahl an Zinsanhebungen für dieses Jahr oder einen möglichen Zeitpunkt für die nächste Zinsstraffung nannte Yellen nicht.

Drei Zinsanhebungen?

Für dieses Jahr signalisiert die Fed bislang drei Zinsanhebungen. Dieses Signal ist abgeleitet aus den Zinsprognosen der einzelnen Notenbanker im geldpolitischen Ausschuss FOMC. In der Vergangenheit haben sich diese Projektionen allerdings oft als falsch erwiesen. Vergangenen Dezember, als auch die jüngsten Zinsprognosen abgegeben wurden, hatte die Fed ihren Leitzins erst zum zweiten Mal nach der Finanzkrise 2008 angehoben. Zurzeit liegt er in einem Band von 0,50 und 0,75 Prozent.

Mit Blick auf den Zustand der US-Wirtschaft gab sich Yellen zuversichtlich. Die Inflation nähere sich dem Fed-Zielwert von zwei Prozent, während der Arbeitsmarkt auf Vollbeschäftigung zusteuere. Allerdings sieht Yellen noch etwas Raum für zusätzliche Verbesserungen. Zudem verwies sie auf das aus ihrer Sicht immer noch magere Wachstum der Löhne und Gehälter.

Unter Fachleuten hängt der Kurs der Fed wesentlich von der Wirtschafts- und Finanzpolitik des baldigen US-Präsidenten Donald Trump ab. Sollte dieser seine Wahlversprechen wahr machen und die Steuern senken sowie die Staatsausgaben erhöhen, könnte dies einen Wachstums- und Inflationsschub bewirken und die Fed zu rascheren Zinsanhebungen zwingen. Andererseits würden Beschränkungen des Freihandels, wie sie Trump propagiert, die Konjunktur voraussichtlich belasten.

(AWP)